Der Spitzenkandidat der Christlich-Demokratischen Union ist seit 2026 Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, weil Reiner Haseloff zurück trat. Er wurde 1979 in Quedlinburg geboren, ist verheiratet, hat drei Kinder und ist Diplom-Wirtschaftsingenieur. Von 2021 bis 2026 war er Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt.
Wenn Sie gewählt werden: Wie sieht Sachsen-Anhalt dann in fünf Jahren aus.
Die Umfragen zeigen: Die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt wünscht sich, dass die nächste Landesregierung von mir geführt wird. Damit das auch so kommt, zeige ich jeden Tag, dass meine Arbeit einen echten positiven Effekt hat auf das Leben der Menschen hier in Sachsen-Anhalt. Ein Beispiel, in aller Bescheidenheit: Die Absenkung der Spritpreise, wie sie jetzt in Berlin umgesetzt wurde, war eine Idee von mir.
Mein Ziel ist ein starkes Sachsen-Anhalt, damit man hier gut leben kann: Wir unterstützen unsere Betriebe, holen neue Unternehmen ins Land, sichern Arbeitsplätze und stärken die Familien durch gut verlässliche Kitas und gute Schulen. Unser Land muss wirtschaftlich erfolgreich sein, sonst funktioniert der ganze Rest nicht. Und genau dafür braucht es jemanden an der Spitze des Landes, der das kann. Ich merke jeden Tag, und das sagen auch die Leute: Meine Erfahrung hilft dem Land.
Wenn Sachsen-Anhalt sich abschotten sollte, unsere Bildungsabschlüsse an Schulen und Universitäten der Bundesrepublik nicht mehr gleichwertig anerkannt werden, wenn Fachkräfte mit ausländischen Wurzeln das Land verlassen und Investitionen von außen ausbleiben, wenn künftig Ideologie statt Sachkenntnis entscheidet, dann hat das sofort Folgen für Wirtschaft, Schulen und Familien in unserem Land.
Ich will den anderen Weg gehen: offen, verlässlich und mit klarem Fokus auf sichere Arbeit und gute Löhne. Ich stehe für eine Regierung, die den Leuten nicht das Denken vorschreibt. Ein freies Land statt einer Insel der Ideologen - so soll Sachsen-Anhalt in fünf Jahren dastehen.
Welches sind die drängendsten Herausforderungen im Land?
Eine der drängendsten Herausforderungen ist die Gesundheitsversorgung, gerade im ländlichen Raum. Sie muss verlässlich erreichbar bleiben – daran arbeiten wir und bringen konkrete Ergebnisse.
Gleichzeitig geht es um Sicherheit im Alltag. Deshalb investieren wir weiter in eine gut ausgestattete Polizei. Und wir sorgen dafür, dass die kulturelle Vielfalt in unserem Land erhalten bleibt – sie gehört zu unserer Lebensqualität.
Klar ist aber auch: Herausforderungen verändern sich ständig. Entscheidend ist für mich, dass wir nicht lange diskutieren, sondern pragmatisch handeln und Lösungen umsetzen, die für die Menschen im Alltag spürbar sind.
Welche drei konkreten Verbesserungen für die Menschen im Land würden Sie als erstes umsetzen?
Erstens: mehr Praxis in der Schule. Wir richten Unterricht und Lehrpläne stärker auf die Lebens- und Arbeitswelt aus, damit junge Menschen besser vorbereitet ins Berufsleben starten. Dabei ist mir wichtig: Schule darf nicht zum Ort politischer Bevormundung werden. Aufgabe des Landes ist es, gute Rahmenbedingungen zu schaffen - nicht politische Haltungen vorzugeben.
Außerdem erhalten wir Schulen auf dem Land, damit das Leben dort attraktiv und lebenswert bleibt.
Zweitens: eine bessere Gesundheitsversorgung, gerade im ländlichen Raum. Ganz konkret: Schnell einsatzbereite Sanitäter in den Gemeinden, Notärzte, die sich sofort per Internet an den Unfallort schalten können, und ein dichtes Netz von medizinischen Versorgungszentren, wie damals die Polykliniken.
Und drittens: mehr Gerechtigkeit im Sozialsystem. Mit unserem Konzept der Bürgerarbeit gilt: Wer staatliche Leistungen erhält und arbeiten kann, soll sich einbringen können – zum Beispiel für die Kommunen vor Ort. Das stärkt den Zusammenhalt und schafft spürbaren Nutzen für alle.
Wie wollen Sie die Wirtschaft im Land konkret ankurbeln und es attraktiv für Investoren machen?
Wir setzen auf zwei Leitideen: stärken, was bereits stark ist und neue Chancen gezielt nutzen. Sachsen-Anhalt hat besondere Stärken in der Chemie- und Arzneimittelindustrie. Diese wollen wir weiter ausbauen, damit unser Land ein noch wichtigerer Standort für ganz Europa wird. Dafür bin ich im engen Austausch mit Unternehmen und Investoren und regelmäßig vor Ort.
Gleichzeitig unterstützen wir den Mittelstand – das Rückgrat unserer Wirtschaft. Wir sorgen für verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und schnellere Verfahren, damit Investitionen leichter umgesetzt werden können.
Welche Maßnahmen planen Sie, um den Lehrermangel abzumildern?
Wir haben in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht: Die Zahl der neu eingestellten Lehrkräfte ist deutlich gestiegen – von 902 im Jahr 2021 auf 1.547 im vergangenen Jahr. Das zeigt, dass unsere Maßnahmen wirken, und das hilft allen Eltern.
Wenn Verunsicherung in die Schulen getragen wird, schreckt das auch neue Lehrkräfte ab. Junge Lehrerinnen und Lehrer brauchen klare Perspektiven: dass Schulabschlüsse aus Sachsen-Anhalt bundesweit anerkannt bleiben, dass Lehrinhalte fachlich und nicht parteipolitisch bestimmt werden und dass Leistungsstandards verlässlich gelten. Genau dafür stehe ich: für gute Schulen, klare Standards und Vertrauen in unser Bildungssystem.
Wenn die Schulpflicht infrage gestellt wird, hätte das ganz konkrete Folgen – besonders im ländlichen Raum. Wo weniger Kinder verlässlich zur Schule gehen, geraten Schulstandorte unter Druck. Damit stehen am Ende auch Lehrerstellen und die Attraktivität des Berufs auf dem Spiel.Auf eine solche Unsicherheit hin bewirbt man sich nicht gern. Deshalb brauchen wir Verlässlichkeit: für Schülerinnen und Schüler, für Eltern, für Lehrkräfte und für Schulen auf dem Land. Genau das wollen wir sichern.
Fakt ist doch: Nicht alle jungen Lehrerinnen und Lehrer entscheiden sich für den ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt. Deshalb machen wir konkrete Angebote für Lehramtsstudierende, wenn sie dort eine Stelle übernehmen. Wer sich schon als Student dafür entscheidet, später an einer Schule im ländlichen Raum zu unterrichten, der erhält bei uns ein gutes Stipendium.
Mit welchen konkreten Verbesserungen gewinnt Ihre Regierung Fachkräfte und hält junge Menschen hier im Land?
Sachsen-Anhalt hat viele Stärken: bezahlbares Wohnen, geringere Lebenshaltungskosten und eine hohe Lebensqualität. Gleichzeitig bieten wir gute Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Entscheidend ist aber auch, ob sich Menschen hier wirklich willkommen und wertgeschätzt fühlen.
Gerade Fachkräfte – auch mit internationalem Hintergrund – müssen erleben, dass sie gebraucht werden und Teil unserer Gesellschaft sind. Deshalb setzen wir auf ein Umfeld, das Chancen bietet und Zusammenhalt stärkt. Nur so gewinnen wir Fachkräfte und sorgen dafür, dass junge Menschen gerne hierbleiben.
Wie machen Sie konkret das Leben auf dem Land attraktiver, verhindern Geschäfte- und Gastrosterben und Stadtflucht?
Das Leben auf dem Land wird dann attraktiv, wenn die Perspektiven stimmen: gute Arbeitsplätze, verlässliche Infrastruktur und ein funktionierendes Umfeld vor Ort. Welche Geschäfte und Angebote entstehen, hängt auch von Kaufkraft und Nachfrage ab und damit von der wirtschaftlichen Stärke einer Region.
Genau deshalb setze ich einen Schwerpunkt auf die Sicherung bestehender Betriebe und die Ansiedlung neuer Unternehmen. Gleichzeitig unterstützen wir die Rahmenbedingungen vor Ort: etwa durch lebendige Ortskerne, bessere Erreichbarkeit und weniger bürokratische Hürden für kleine Betriebe und Gastronomie. So entsteht ein Umfeld, in dem sich Engagement lohnt – für Unternehmer genauso wie für die Menschen, die dort leben.
Was sind ihrer Meinung nach die Stärken von Sachsen-Anhalt und wie wollen Sie sie nutzen?
Sachsen-Anhalt ist ein starkes Land mit engagierten Menschen. Viele sind bereit, sich einzusetzen – für ihren Betrieb, ihre Familie und die Gemeinschaft. Darauf können wir stolz sein. Diese Haltung ist unsere größte Stärke. Darauf bauen wir auf, indem wir gute Rahmenbedingungen schaffen, die Leistung anerkennen und Chancen ermöglichen.
So können wir Sachsen-Anhalt Schritt für Schritt weiterentwickeln.
Wie wollen sie das Vertrauen in die Politik stärken und die Politikverdrossenheit aufhalten?
Durch gute, verlässliche Arbeit. Meine Bilanz kann sich sehen lassen. Ich kümmere mich um Unternehmen, halte Arbeitsplätze im Land, gebe Sachsen-Anhalt in Berlin eine starke Stimme.
Für mich ist entscheidend, dass Politik für die Menschen spürbar funktioniert: Probleme lösen, Entscheidungen erklären, umsetzen so schnell es geht, und dabei ehrlich und verlässlich bleiben. Das ist mein Verständnis von politischer Arbeit. Nicht alles gelingt, nicht alles funktioniert sofort. Aber das ist überall so im Leben.
Wie wollen Sie Bürgerinnen und Bürger aktiv nach der Wahl in Entscheidungen einbinden?
Ich bin jeden Tag im Austausch mit den Menschen in Sachsen-Anhalt. Und auch die CDU ist auf allen Ebenen präsent; von der Gemeinde bis in den Landtag. Zuhören ist für mich der erste Schritt. Entscheidend ist aber, dass wir Rückmeldungen ernst nehmen und in Entscheidungen einfließen lassen. Wir hören zu und setzen um, was im Alltag wichtig ist. Das ist deutlich mehr und auch schwieriger als das, was anderswo bei Social Media zur Selbstdarstellung eingestellt wird.