Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt

Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD)

Die Spitzenkandidat von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands wurde 1963 in Dinslaken geboren, ist verheiratet, hat zwei Kinder, war 2003 bis 2016 Rektor der Hochschule Harz, 2016 bis 2021 Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt und ist seit 2021 Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt.

Willingmann Armin

1. Wenn Sie gewählt werden: Wie sieht Sachsen-Anhalt dann in fünf Jahren aus?

Ich möchte, dass Sachsen-Anhalt als Land wahrgenommen wird, in dem man gut leben, arbeiten und eine Familie gründen kann. Ein Land mit sicheren Industriearbeitsplätzen, guten Schulen, funktionierenden Behörden und starken Städten und Dörfern. Wer hier aufwächst, soll gute Gründe haben zu bleiben.

2. Welches sind die drängendsten Herausforderungen im Land?

Wir müssen Arbeitsplätze sichern, Fachkräfte gewinnen und unseren Industriestandort modernisieren. Gleichzeitig erwarten die Menschen zu Recht, dass Züge fahren, Anträge bearbeitet werden, Unterricht stattfindet und der Staat funktioniert.

3. Welche drei konkreten Verbesserungen für die Menschen im Land würden Sie als erstes umsetzen?

Mehr Personal und Unterstützung an Schulen. Schnellere Genehmigungen für Unternehmen, Bauherren und Kommunen. Und eine Energiepolitik, die dafür sorgt, dass die günstige Erzeugung erneuerbarer Energien endlich auch bei den Stromrechnungen ankommt.

4. Wie wollen Sie die Wirtschaft im Land konkret ankurbeln und es attraktiv für Investoren machen?

Unternehmen investieren dort, wo Energie bezahlbar ist, Genehmigungen nicht Jahre dauern und Fachkräfte verfügbar sind. Genau an diesen Punkten setzen wir an. Sachsen-Anhalt hat die Chance, eines der wichtigsten Industrieländer Deutschlands zu bleiben.

5. Welche Maßnahmen planen Sie, um den Lehrermangel abzumildern?

Wir bilden mehr Lehrkräfte aus, begleiten Seiteneinsteiger besser und entlasten Schulen durch Schulsozialarbeit, pädagogische Mitarbeiter und moderne Verwaltung. Lehrer sollen unterrichten und nicht Formulare ausfüllen.

6. Mit welchen konkreten Verbesserungen gewinnt Ihre Regierung Fachkräfte und hält junge Menschen hier im Land?

Junge Menschen bleiben nicht wegen eines Werbeslogans. Sie bleiben, wenn sie gute Arbeit finden, eine Wohnung bezahlen können, eine Kita für ihre Kinder bekommen und ihre Zukunft hier sehen. Genau daran arbeiten wir.

7. Wie machen Sie konkret das Leben auf dem Land attraktiver, verhindern Geschäfte- und Gastrosterben und Stadtflucht?

Das Leben auf dem Land wird nicht allein durch Glasfaser attraktiv. Es braucht den Arzt im Ort, den Supermarkt, die Gaststätte, Vereine, Kultur und Treffpunkte. Deshalb stärken wir Kommunen, investieren in Mobilität und bauen bürokratische Hürden ab. Gute Lebensqualität darf nicht an den Stadtgrenzen von Magdeburg oder Halle enden.

Gleichzeitig müssen wir neue Wege ermöglichen, um Nahversorgung auch dort zu sichern, wo klassische Geschäftsmodelle an ihre Grenzen stoßen. Mit der Änderung des Ladenschlussgesetzes haben wir deshalb personallose Einkaufsmöglichkeiten ermöglicht. Das hilft gerade kleineren Orten dabei, Einkaufsmöglichkeiten vor Ort zu erhalten.

8. Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken von Sachsen-Anhalt und wie wollen Sie sie nutzen?

Wir haben starke Industrieunternehmen, gute Hochschulen, engagierte Fachkräfte und viel Platz für neue Investitionen. Diese Mischung macht Sachsen-Anhalt attraktiv. Darauf wollen wir aufbauen und neue Arbeitsplätze schaffen.

9. Wie wollen Sie das Vertrauen in die Politik stärken und die Politikverdrossenheit aufhalten?

Vertrauen entsteht, wenn Politik hält, was sie verspricht. Die Menschen müssen sehen, dass Probleme gelöst werden. Weniger Ankündigungen, mehr Ergebnisse – das ist der Maßstab.

10. Wie wollen Sie Bürgerinnen und Bürger aktiv nach der Wahl in Entscheidungen einbinden?

Politik findet nicht nur am Wahltag statt. Schon heute sind die Wahlkreisbüros unserer Abgeordneten mit Bürgersprechstunden, Veranstaltungen und Gesprächen wichtige Anlaufstellen vor Ort. Dort erleben wir jeden Tag, wie viele Menschen sich einbringen und konkrete Anliegen vortragen.

Auch der Petitionsausschuss des Landtages zeigt, dass Bürgerinnen und Bürger politischen Entscheidungen nicht machtlos gegenüberstehen. Viele Anliegen aus der Bevölkerung haben dort Gehör gefunden und konkrete Veränderungen angestoßen.

Unser Anspruch ist deshalb nicht, neue Beteiligungsformen zu erfinden, sondern die bestehenden Möglichkeiten sichtbar, erreichbar und wirksam zu halten. Gute Politik entsteht, wenn Menschen ihre Erfahrungen einbringen und Politik zuhört.

Die Spitzenkandidaten der Parteien im Radio Brocken Interview:

Aktuelle Nachrichten zur Wahl

undefined
Radio Brocken
Audiothek