10. Oktober 2026 – Radio Brocken

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Jugendwort des Jahres 2026: «Ragebait» siegt im Voting

«Ragebait» ist das Jugendwort des Jahres 2026 und siegte mit 36,5 Prozent vor «Peak» und «Crashout». Rund eine Million Jugendliche stimmten ab.

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Daubner gilt als «Kult-Ansagerin» für das Jugendwort des Jahres. (Archivbild)

Der Begriff «Ragebait» ist zum Jugendwort des Jahres 2026 gewählt worden. Das teilte der Verlag Pons Langenscheidt mit, der die Wahl organisiert. Rund eine Million Jugendliche beteiligten sich laut Verlagsangaben an der Online-Abstimmung, bei der «Ragebait» vor «Peak» und «Crashout» auf Platz eins landete.

Wie fiel das Ergebnis der Top drei aus?

In der Endrunde standen nach Angaben des Verlags nur noch drei Begriffe zur Wahl. Die Stimmenanteile verteilten sich so:

  • Ragebait: 36,5 Prozent
  • Peak (das Beste vom Besten): 33,8 Prozent
  • Crashout (vollkommener Fassungsverlust): 29,7 Prozent

Was bedeutet «Ragebait»?

«Ragebait» bezeichnet Inhalte in sozialen Medien, die absichtlich provozieren sollen. Mit Falschbehauptungen oder wilden Thesen soll Wut ausgelöst werden, die vom Algorithmus mit Reichweite belohnt wird. Übersetzt bedeutet der Begriff «Wut-Köder».

Sprachforscher Jannis Androutsopoulos von der Universität Hamburg erklärt, der Begriff gehe inzwischen über den Social-Media-Kontext hinaus. Jugendliche nutzten ihn auch im Alltag, etwa wenn sie ihre Eltern bewusst provozieren.

Wie läuft die Abstimmung zum Jugendwort ab?

Seit 2020 dürfen nur Jugendliche zwischen 11 und 20 Jahren teilnehmen. Ab Ende Mai können Begriffe eingereicht werden, aus denen eine Jury eine Top Ten auswählt. Eine Verlagssprecherin sagte, man müsse sich darauf verlassen, dass Teilnehmende ihr Alter wahrheitsgemäß angeben.

Erstmals wurde 2008 ein Jugendwort gewählt: «Gammelfleischparty» für eine Ü30-Party. 2025 gewann «Das crazy», 2024 setzte sich «Aura» durch.

Daubner-Video sorgt für Aufmerksamkeit

Bereits am Vortag der Verkündung war ein Video von Tagesschau-Sprecherin Susanne Daubner auf den Social-Media-Kanälen der «Tagesschau» aufgetaucht. Die 65-Jährige wollte darin zunächst das Jugendwort erklären, räumte dann aber ein, sich im Datum geirrt zu haben.

Jugendsprache bei Erwachsenen: cringe oder cool?

Androutsopoulos sagt, die Wirkung hänge vom Kontext ab. Manche Erwachsene wirkten mit Jugendwörtern peinlich, in anderen Situationen funktioniere die Übernahme gut. Viele Begriffe schafften es später in die allgemeine Sprache – wie «Chillen», das inzwischen auch im Bundestag zu hören sei.

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