15. April 2026 – Radio Brocken
Sachsen-Anhalt Reporterin Isabella Kürbs testet das Virtual-Reality-Training.
Virtuelles Einsatztraining an der Polizei-Fachhochschule
An der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben ist die Zukunft bereits angekommen. In einem der Gebäude des Campus wurde eine Station für virtuelles Einsatztraining eingerichtet. Mithilfe von VR-Brillen können unterschiedliche Einsatzszenarien, wie Amokläufe an Schulen, Fälle häuslicher Gewalt oder Geiselnahmen realitätsnah dargestellt und trainiert werden. Eine solche Simulation kann in Gruppen mit bis zu vier Personen durchgeführt werden.
Ausstattung der Teilnehmer
Bevor das Training beginnt, werden die Teilnehmenden umfassend ausgestattet. An Hand- und Fußgelenken werden Sensoren befestigt, die Bewegungen präzise erfassen. Der Dienstgurt bietet Platz für verschiedene Einsatzmittel, zum Beispiel eine Handfeuerwaffen Attrappe mit Druckluft-Rückstoß, eine Taschenlampe sowie einen virtuellen Schlagstock. Zusätzlich kann auf der Rückseite des Gurtes ein Knopf angebracht werden, mit dem virtuelle Handschellen zur Festnahme simuliert werden.
Ablauf einer Trainingssimulation
Vor Beginn des Trainings muss das System zunächst kalibriert werden. Anschließend können die Teilnehmenden einen passenden Avatar auswählen. In einer Beispielsimulation übt Isabella ihren ersten Einsatz in einer Stadtszene, in der ein Mann mit einer Schusswaffe auftaucht. Da der Angreifer nicht aggressiv programmiert ist, reagiert er auf Isabellas Anweisungen. Sie fordert ihn auf, die Waffe fallen zu lassen, sich mit erhobenen Händen auf den Boden zu legen und die Hände hinter den Rücken zu nehmen. Mithilfe virtueller Handschellen kann sie den Täter schließlich festnehmen und den Einsatz erfolgreich abschließen.
Bedeutung und Vorteile des Systems
Das System gehört zu den fortschrittlichsten Trainingsmethoden für Extremsituationen und ist bislang nur in vier weiteren Bundesländern verfügbar. Auch andere staatliche Organisationen, wie die Bundeswehr, nutzen diese Form des Trainings. Die angehenden Polizistinnen und Polizisten dürfen nun bis zu dreimal pro Woche solche Szenarien üben. Dies reduziert den logistischen Aufwand erheblich, da das Training direkt auf dem Campus stattfinden kann und keine Fahrten zu externen Übungsgeländen mehr notwendig sind.