10. Juni 2026 – Radio Brocken
Sachsen-Anhalt Reporter
Erstmals gegen Eintritt: Erdbeeren pflücken in Magdeburg
Sachsen-Anhalt Reporterin Isabella Kürbs testet das neue Eintrittsmodell!
Erst zahlen, dann pflücken
Sonnenschein, rote Erdbeeren und der süße Duft des Sommers. Auf den Erdbeerfeldern des Familienbetriebs „Erdbeerplantagen Dieter Gummert“ herrscht derzeit Hochsaison. Doch wer in diesem Jahr selbst pflücken möchte, muss zunächst einen kleinen Eintritt bezahlen. Reporterin Isabella Kürbs schaut sich das neue Konzept auf dem Selbstpflückfeld in Magdeburg genauer an und findet heraus, warum die Betreiber diesen Schritt gegangen sind.
Erwachsene zahlen 5 Euro Eintritt und Kinder zwischen 100 und 139 Zentimetern 2,50 Euro. Das Geld ist jedoch nicht verloren, sondern wird später mit den gepflückten Erdbeeren verrechnet. Bei einem Kilopreis von 6,90 Euro bedeutet das, die Besucher müssen mindestens eine gewisse Menge pflücken.
Zu viele Erdbeeren verschwanden direkt im Mund
Warum die neue Regelung eingeführt wurde, erklärt Conni Gummert vom Familienbetrieb. Sie ist zwar inzwischen im Ruhestand, unterstützt den Betrieb aber weiterhin und kennt die Herausforderungen auf den Feldern genau.
Im Gespräch mit Isabella berichtet sie, dass in den vergangenen Jahren immer wieder Besucher große Mengen Erdbeeren direkt auf dem Feld gegessen hätten. Am Ende landete dann oft nur eine kleine Handvoll in den mitgebrachten Schalen. Dem möchte der Familienbetrieb nun entgegenwirken.
Für Isabella ist schnell klar, ganz aufs Naschen verzichten muss hier trotzdem niemand. Schließlich gehört das Probieren einfach zum Erlebnis dazu.
Verkäuferin Cora erklärt das neue System
Am Kassenhäuschen trifft Isabella außerdem auf Verkäuferin Cora. Sie erklärt den Besuchern täglich das neue Modell und berichtet von überwiegend positiven Reaktionen.
Die meisten Kunden hätten Verständnis für die neue Regelung. Vereinzelt gebe es Familien, die den Eintritt zunächst als teuer empfinden. Besonders dann, wenn mehrere Personen gemeinsam aufs Feld gehen. Größere Diskussionen habe es bislang aber nicht gegeben.
Auch auf dem Feld selbst spricht Isabella mit einigen Erdbeerfans. Die Rückmeldungen fallen überwiegend positiv aus. Viele können nachvollziehen, dass die Betreiber ihre Ernte schützen möchten und sehen den verrechneten Eintritt nicht als Problem.
Frischer geht’s nicht
Natürlich lässt sich auch Isabella die Gelegenheit nicht entgehen und probiert die Erdbeeren direkt vor Ort. Ihr Fazit: Frischer geht es kaum. Direkt von der Pflanze gepflückt schmecken die Früchte besonders süß und aromatisch. Für viele Besucher genau der Grund, warum sie lieber selbst aufs Feld gehen, statt Erdbeeren im Supermarkt zu kaufen.
Und wer die Sommerfrüchte später zu Hause weiterverarbeiten möchte, bekommt von Conni Gummert gleich noch einen Geheimtipp mit auf den Weg. Für die perfekte Erdbeermarmelade empfiehlt sie die Sorte „Malwina“. Dazu kommen eine Handvoll Heidelbeeren für eine kräftige Farbe und eine Handvoll Himbeeren für einen besonders intensiven, fruchtigen Duft.
Ein Rezept, das Isabella nach ihrem Besuch auf dem Erdbeerfeld am liebsten direkt ausprobieren würde.