07. April 2026 – Radio Brocken

Sachsen-Anhalt Reporter

Tierschutz für die kleinsten Lebewesen in Sandersdorf bei „Gaias Arche“

Sachsen-Anhalt-Reporterin Isabella Kürbs zu Besuch beim „Frühlingsmacher“ Kevin Noack.

Bild 1.jpeg

Insektenretter aus Leidenschaft

Die meisten Menschen betrachten sie vermutlich als „Ungeziefer“, doch für Kevin Noack sind sie schützenswert: Insekten. Dazu gehören auch Schmetterlinge. In seinem Haus in Sandersdorf bei Bitterfeld kümmert er sich liebevoll um die bunten Falter – vom Stadium der Raupe über die Verpuppung bis hin zum Schlüpfen und schließlich zur Freilassung der fertigen Schmetterlinge.

Bild 2.jpeg

Vorbereitung auf den großen Moment

Sachsen-Anhalt-Reporterin Isabella Kürbs hilft ihm bei der Freilassung von Schwalbenschwänzen – einer in Deutschland bedrohten, obwohl heimischen Art. Bevor es jedoch so weit ist, müssen sich die Schmetterlinge zunächst stärken. Dafür schneidet Kevin eine Orange auf, aus der die Tiere den Nektar trinken können. „Genauso, wie ein Auto Sprit braucht, brauchen sie den Nektar beziehungsweise den Fruchtzucker, um losfliegen zu können“, erklärt Kevin. Allerdings kommen die Schmetterlinge nicht von allein auf die Idee, zu trinken. Deshalb hilft er vorsichtig mit einem Zahnstocher nach, indem er ihre Rüssel behutsam an die Orange führt.

Bild 3.jpeg

Die Freilassung im Garten

Nach der Stärkung ist es Zeit für die Freilassung. Isabella legt die Orangenscheiben gemeinsam mit den Schmetterlingen auf einen Teller und trägt sie in den Garten. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Sie muss die Tiere vor Wind schützen, ähnlich wie beim Tragen einer brennenden Kerze, damit sie nicht vom Teller geweht werden. Optimale Bedingungen für den Start bieten ein sonniger, leicht erhöhter Platz. Dort können sich die Schmetterlinge aufwärmen und ihre Flügel auf den Abflug vorbereiten. Isabella entscheidet sich für einen kleinen, sonnenbeschienenen Strauch im Garten. Doch die Tiere lassen sich Zeit. Trotz kleiner Starthilfe verweilen sie zunächst auf den Ästen. „Man kann die Natur eben nicht beeinflussen“, sagt Kevin dazu.

Bild 4.jpeg

Engagement für Tiere und Artenschutz

Neben den Schmetterlingen kümmert sich Kevin auch um viele andere Tiere. Er lebt mit drei Hunden und zwei Leguanen zusammen, die jeweils eigene, artgerecht eingerichtete Zimmer in seinem Haus haben. Sein Einsatz für den Tierschutz ist beeindruckend: Allein im Jahr 2024 hat er rund 3.000 Schmetterlinge gerettet und freigelassen. Viele Gartenbesitzer wenden sich an ihn, bevor sie ihre Hecken schneiden, damit er prüfen kann, ob sich dort Raupen oder Puppen befinden.

Auch jeder Einzelne kann einen Beitrag zum Arten- und Tierschutz leisten. Zum Beispiel, indem man einen Teil abgeernteter Pflanzen im Boden belässt oder Brennnesseln im Garten, oder in einem Blumenkübel, wachsen lässt. So entstehen wichtige Nahrungsquellen für Insekten und insbesondere für Schmetterlinge.

Sachsen-Anhalt Reporter

undefined
Radio Brocken
Audiothek