23. April 2026 – Radio Brocken

Sachsen-Anhalt Reporter

Die Teddybären sind los: Mitfahraktion in der Gemeinde Muldestausee

Sachsen-Anhalt-Reporterin Isabella Kürbs hilft mit bei der Aussetzung der Kuschelbären.

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Flauschige Botschafter auf der Bank

In der Gemeinde Muldestausee sind in letzter Zeit immer häufiger „Bären“ zu sehen – allerdings keine echten, sondern flauschige Kuscheltier-Teddys. Diese sitzen auf Mitfahrbänken in zehn verschiedenen Ortsteilen und warten darauf, mitgenommen zu werden. Die ungewöhnliche Aktion soll Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Thema lenken: die Mitfahrbänke als einfache Lösung für bessere Mobilität im ländlichen Raum. Initiiert wurde das Projekt vom Jugendgemeinderat. Die Idee stammt von Luca Nitschke, einem Mitglied des Gremiums. Er hatte ein ähnliches Konzept im Urlaub in Bayern kennengelernt und anschließend für die Gemeinde Muldestausee adaptiert. Ziel ist es, die Verkehrsanbindung innerhalb der Gemeinde zu verbessern. Denn Muldestausee besteht aus insgesamt 13 Ortschaften, die aktuell lediglich durch eine Buslinie verbunden sind – und diese fährt nur einmal pro Stunde.

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So funktioniert das Mitfahr-System

Wer einen Teddy auf einer der Mitfahrbänke entdeckt, kann ihn einfach mitnehmen und zum Gemeindezentrum im Ortsteil Pouch bringen. Dort wartet auf den „Fahrer“ eine kleine Überraschung als Dankeschön. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, sich vor Ort als Fahrer registrieren zu lassen. Registrierte Fahrer erhalten einen Sticker für die Windschutzscheibe, der sie als Teil des Projekts kennzeichnet. Auch Mitfahrer können sich registrieren und bekommen eine entsprechende Karte. Die Anmeldung ist jedoch erst ab einem Alter von 16 Jahren möglich.

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Erste Erfahrungen: Teddy schnell unterwegs

Wie gut das System funktioniert, testet Sachsen-Anhalt-Reporterin Isabella Kürbs selbst. Sie setzt einen der Teddybären in Burgkemnitz auf einer Mitfahrbank aus. Nur wenige Minuten später wurde der Teddy bereits von einem Autofahrer entdeckt und mitgenommen – ein schneller Erfolg für die Aktion. Doch damit nicht genug: Isabella wurde kurzerhand selbst zur Fahrerin. Sie nahm zwei Touristen mit, die an der Bank auf eine Mitfahrgelegenheit warteten, und brachte sie zum nächstgelegenen 24-Stunden-Kiosk. Ein spontanes Beispiel dafür, wie unkompliziert und hilfreich das Konzept im Alltag sein kann.

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Wachstum geplant: Mehr Bänke und digitale Vernetzung

Das Projekt besteht seit Ende 2025 und soll in Zukunft weiter ausgebaut werden. Geplant sind zusätzliche Mitfahrbänke in weiteren Ortsteilen der Gemeinde. Außerdem ist eine App-Anbindung vorgesehen, über die sich Fahrer und Mitfahrer künftig digital registrieren und vernetzen können. Damit könnte das Projekt noch einfacher nutzbar werden und langfristig zu einer festen Ergänzung im Mobilitätsangebot der Region wachsen.

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