15. Juli 2026 – dpa Nachrichten
Erstmals verpflichten sich 36 angehende Mediziner in Sachsen-Anhalt, später als Landärzte in unterversorgten Regionen zu arbeiten. Was steckt hinter der gestiegenen Landarztquote?
Sachsen-Anhalt setzt im Kampf gegen den Hausärztemangel verstärkt auf die Landarztquote. Für das kommende Wintersemester haben 36 angehende Medizinstudierende einen Studienplatz über das besondere Auswahlverfahren erhalten – so viele wie noch nie. Wie die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) mitteilte, haben die Bewerber bereits Verträge unterschrieben, in denen sie sich verpflichten, nach ihrer Ausbildung als Hausärztinnen oder Hausärzte in unterversorgten Regionen des Landes zu arbeiten.
Die künftigen Studierenden erhalten ihre Zulassung über die Stiftung für Hochschulzulassung für die Universitäten in Halle oder Magdeburg. Das Studium beginnt am 1. Oktober. Die KVSA will die angehenden Mediziner während des Studiums begleiten und ihnen unter anderem Einblicke in die praktische Arbeit ermöglichen.
Landtag erhöht die Quote
Hintergrund der höheren Zahl an Studienplätzen ist eine Entscheidung des Landtags. Er hatte die Landarztquote im Mai von 7,8 auf 8,8 Prozent erhöht und damit vier zusätzliche Studienplätze geschaffen.
Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) zog eine positive Bilanz der Landarztquote. «Die Landarztquote ist ein großer Erfolg. Bereits mehr als 130 zukünftige Landärztinnen und Landärzte konnten für die ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts gewonnen werden.»
Auch aus Sicht der KVSA ist die Landarztquote ein wichtiger Beitrag gegen den Hausärztemangel. «Die Landarztquote ist ein wichtiger Baustein für die zukünftige Sicherstellung der ambulanten Versorgung in der Fläche», sagte der KVSA-Vorstandsvorsitzende Jörg Böhme.
KVSA fordert mehr Medizinstudienplätze
Der KVSA zufolge reicht das allein jedoch nicht aus. «Hilfreich wäre auch eine Vorabquote für die fachärztliche Versorgung, denn dort wird sich in den kommenden Jahren absehbar der Bedarf an Facharzt-Nachfolgern merklich erhöhen», sagte Böhme. Generell brauche es mehr Medizinstudienplätze, um die Patientenversorgung in bewährter Weise weiterhin gewährleisten zu können.