06. Oktober 2026 – dpa Nachrichten
Für die Wahl von AfD-Mann Rausch findet der SPD-Chef klare Worte. Von CDU und BSW verlangt er eine Erklärung - auch zum Scheitern des SPD-Kandidaten.
Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hat die Wahl von Tobias Rausch zum ersten Landtagspräsidenten der AfD als Tabubruch bezeichnet. «Dass der Kandidat der als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD in Sachsen-Anhalt mit deutlich mehr als den AfD-Stimmen zum Landtagspräsidenten gewählt wurde, wirft sehr drängende Fragen auf», sagte Klingbeil laut einer Mitteilung. «Es ist ein Tabubruch, Rechtsextreme in solche Ämter zu wählen.»
Bei der geheimen Abstimmung zum Landtagspräsidenten erhielt Rausch 48 von 82 Stimmen - vier mehr, als AfD und BSW zusammen haben. Als Vizepräsidenten wurden Rauschs AfD-Fraktionskollege Hans-Thomas Tillschneider und der CDU-Abgeordnete Carsten Borchert gewählt. Der dritte Vize-Posten bleibt vorerst unbesetzt, da der SPD-Kandidat Armin Willingmann durchfiel.
Sowohl von der CDU als auch vom BSW forderte der SPD-Chef und Bundesfinanzminister dringend eine Erklärung, wie es dazu kommen konnte. Dass beide AfD-Kandidaten gewählt wurden, nicht aber der SPD-Kandidat, bezeichnete Klingbeil als «beispiellose Verantwortungslosigkeit und Geschichtsvergessenheit». Die SPD werde Rechtsextremismus immer mit allen demokratischen Mitteln entgegentreten.