06. Oktober 2026 – dpa Nachrichten
Die deutschen Großstädte sind unterschiedlich weit bei der Umstellung auf E-Busse. Teils sind noch besondere Dreckschleudern unterwegs. Wie sieht es in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aus?
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert von deutschen Städten einen verstärkten Einsatz von Elektro-Bussen. In einem Vergleich der 40 größten Städte Deutschlands fahre nur in Mannheim, Freiburg und Karlsruhe über die Hälfte der Busse batterieelektrisch, teilte die DUH mit. Stichtag für die Erhebung war der 31. Dezember 2025.
Leipzig ist Spitzenreiter unter den ostdeutschen Großstädten mit einer Elektro-Quote von 19,6 Prozent. Dresden kommt demnach auf rund 11 Prozent, Halle auf gut 6 und Erfurt auf knapp 4 Prozent. Magdeburg hingegen gehört zu den Schlusslichtern mit einer Elektro-Quote von null - wie auch Augsburg, Essen und Wuppertal.
Insgesamt fahren den Angaben zufolge noch fast 80 Prozent der Busse in den befragten Großstädten mit Dieselantrieb. Fast die Hälfte der Städte wolle zwischen 2026 und 2030 neue Verbrennerbusse kaufen.
In Erfurt noch Dieselbusse mit schlechter Abgasstufe
In Erfurt seien im ÖPNV immer noch Dieselbusse mit einer Abgasstufe schlechter als Euro V im Einsatz, kritisierte die DUH. «Deren Stickstoffoxid-Emissionen liegen um ein Vielfaches über denen moderner Euro-VI-Fahrzeuge. Gerade im dicht besiedelten Stadtverkehr sind damit tausende Menschen unmittelbar den gesundheitsschädlichen Abgasen ausgesetzt.»
In Thüringens Landeshauptstadt soll in den kommenden Jahren immer noch mehr als jeder zweite neu angeschaffte Bus ein Verbrenner sein. Halle hingegen plant ausschließlich Verbrenner-Busse anzuschaffen. In der Stadt an der Saale sind den Angaben zufolge bislang gut sechs Prozent E-Busse unterwegs. Magdeburg gab an, keine Neubeschaffungen zu planen.