13. Juni 2026 – dpa Nachrichten
Nach dem Tod von Kaiser Wilhelm I. im Jahr 1888 wurden in vielen deutschen Orten Denkmäler für den Monarchen errichtet. Eines der gewaltigsten steht im Kyffhäusergebirge im Norden Thüringens.
Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. und schlafender Barbarossa: Vor 130 Jahren, am 18. Juni 1896, wurde das Kyffhäuser-Denkmal eingeweiht. Zum Jubiläumsfest am Samstag zog es nach Schätzungen der Kyffhäuser-Stiftung rund 2.500 Besucher zum Denkmal unweit der Bundesstraße 85 zwischen Bad Frankenhausen (Thüringen) und Kelbra (Sachsen-Anhalt). Die Gäste konnten sich in Führungen und Vorträgen über die Entstehung des Denkmals informieren, das 1892 bis 1896 nach Plänen des Architekten Bruno Schmitz errichtet worden war.
Das monumentale Bauwerk mit dem 81 Meter hohen Turm gehört wie das Deutsche Eck in Koblenz oder das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig zu den großen sogenannten Nationaldenkmälern der Kaiserzeit, die das Kaiserreich und dessen militärische Stärke verherrlichen sollten. Die architektonische Ähnlichkeit mit dem Deutschen Eck in Koblenz und dem Völkerschlachtdenkmal ist kein Zufall – auch dafür lieferte der Architekt die Vorlagen.
Das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. stammt vom Bildhauer Emil Hundrieser (1846-1911), der den Monarchen als Feldherr mit Pickelhaube in das Land hineinreitend verewigte. «Mit den Attributen Wehrkraft und Soldatentum, die von der Kriegerfigur ausgehen, trug der Bildhauer Emil Hundrieser den Interessen des Auftraggebers, den Krieger- und Soldatenverbänden, Rechnung», heißt es auf der Website der Kyffhäuser-Stiftung, die das Denkmal verwaltet.
Heute ist es eines der bekanntesten Touristenziele in Thüringen. Im vergangenen Jahr kamen nach Stiftungsangaben 130.000 Besucher. Um das Kyffhäuser-Denkmal als Besuchermagnet weiterzuentwickeln, plant die Stiftung in den nächsten Jahren umfangreiche Investitionen. Dazu gehören unter anderem der barrierefreie Umbau des Denkmalplateaus, ein neues Multifunktionsgebäude mit einem kleinen Museumscafé und eine Ausstellung im Denkmalturm. Dafür sollen insgesamt rund 20 Millionen Euro von Bund, Land, Stiftung Denkmalschutz und Kyffhäuser-Stiftung investiert werden.
Derzeit entsteht ein Besucherzentrum, das neben dem Ticketverkauf ebenfalls eine multimediale Ausstellung, ein Bistro und Räume für Filmvorführungen und Veranstaltungen beherbergen soll. Nach Bauverzögerungen könnte es nun voraussichtlich Anfang Oktober eröffnet werden.
Zum Kyffhäuser-Denkmal gehört eine Plastik des schlafenden mittelalterlichen Stauferkaisers Friedrich I., um den sich die Barbarossa-Sage rankt. Die Barbarossahöhle des schlafenden Stauferkaisers liegt nur wenige Autominuten entfernt.