08. Januar 2026 – Radio Brocken

Winter

Winterwetter: Diese wichtigen Aufgaben rund ums Haus sollten Sie jetzt erledigen

Schnee und Frost bedeuten mehr als Schneeschippen. Erfahren Sie, wie Sie Wasserleitungen schützen, Schneelast richtig einschätzen und teure Frostschäden vermeiden.

Schnee schaufeln

Wenn Schnee und Frost Einzug halten, denken die meisten Hausbesitzer zunächst an Schneeschippen und Streupflicht. Doch der Winter stellt weit höhere Anforderungen an Ihr Zuhause. Von gefährlichen Eiszapfen über eingefrorene Wasserleitungen bis hin zu kritischen Schneelasten auf dem Dach – wir zeigen Ihnen, welche Winteraufgaben Sie keinesfalls vergessen sollten und wie Sie kostspielige Schäden vermeiden.

Schneeverwehungen am Haus: Unterschätzte Gefahr für Mauerwerk und Türen

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Schneeansammlungen direkt am Gebäude. Der Verband Privater Bauherren (VPB) warnt eindringlich: Entfernen Sie Schneeverwehungen an Hausecken sowie vor Terrassen- und Balkontüren zeitnah. Der Grund liegt auf der Hand: Sobald die Temperaturen steigen, verwandelt sich der Schnee in Tauwasser, das durch undichte Stellen ins Haus eindringen oder das Mauerwerk durchfeuchten kann.

Beim Schneeräumen sollten Sie den Schnee niemals direkt an die Hauswände schippen. Stattdessen empfiehlt der VPB eine naturfreundliche Alternative: Häufeln Sie den Schnee vorsichtig auf Pflanzen und unter Bäume. Diese natürliche Schneedecke schützt Ihre Gartenpflanzen vor Frostschäden und liefert beim Tauen wertvolles Wasser.

Eiszapfen und Dachlawinen: Wenn Winterdeko zur Gefahr wird

So malerisch Eiszapfen an Regenrinnen auch aussehen mögen – sie entwickeln sich schnell zu gefährlichen Geschossen. Schlagen Sie die Eiszapfen deshalb direkt ab, sobald sie sich bilden. Wachsen sie zu hoch, etwa an der Kaminabdeckung, bleibt nur eine Lösung: Sperren Sie die Bereiche darunter großzügig ab, um Passanten zu schützen.

Wasserleitungen vor Frost schützen: 140 Millionen Euro Schäden jährlich

Die Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) spricht eine deutliche Sprache: Frostbedingte Leitungswasserschäden verursachen im Winter Schäden von rund 140 Millionen Euro – Jahr für Jahr. Dabei lassen sich die meisten Probleme mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen vermeiden.

Entleeren Sie ungenutzte Wasserleitungen im Garten oder in der Garage rechtzeitig. Schließen Sie offen stehende Kellerfenster, damit Leitungen und Wasserzähler nicht einfrieren. Selbst selten genutzte Räume sollten laut GDV durchgängig beheizt werden. Bauwasseranschlüsse und ungeschützte Armaturen schützen Sie nach Empfehlung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am besten mit Isoliermaterial oder Textilien vor dem Zufrieren.

Schneelast auf dem Dach: Wann wird es kritisch?

„Ganz wichtig ist: Nicht die Schneehöhe, sondern der Wassergehalt des Schnees ist entscheidend für das Gewicht, das das Hausdach stemmen muss", erklärt Professor Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Seine Warnung sollten Hausbesitzer ernst nehmen: Bereits zehn Zentimeter sehr nasser Schnee bedeuten fast 80 Kilogramm Belastung pro Quadratmeter – nahezu die übliche Schneelast von Dächern in München.

Angaben zur zulässigen Schneebelastung finden Sie in der Statik Ihres Hauses. Alarmsignale wie sichtbare Verformungen des Dachs, klemmende Fenster oder Türen sowie Risse im Putz sollten Sie niemals ignorieren. In solchen Fällen kontaktieren Sie umgehend Fachleute. Entsprechende Statiker sind bei den Ingenieurekammern der einzelnen Bundesländer gelistet.

Dach räumen: Warum Sie das niemals selbst tun sollten

Die Versuchung mag groß sein, selbst aufs Dach zu steigen und den Schnee zu entfernen. Doch Professor Gebbeken warnt eindringlich: Das sei für Laien lebensgefährlich. Wenden Sie sich stattdessen an professionelle Dachdecker vor Ort. Diese können nicht nur sicher räumen, sondern erkennen auch eventuelle Schäden frühzeitig.

Der VPB empfiehlt zudem, kleinere Schneeverwehungen auf dem Dach im Auge zu behalten. Läuft das Tauwasser wegen Verwehungen an der Einfassung des Kaminfußes oder den Anschlüssen der Dachflächenfenster nicht ordentlich ab, kann es später in die Dachdeckung sickern. Gelbliche Verfärbungen an Decken- oder Wandverkleidungen sind oft erste Anzeichen für solche Feuchteschäden.

Häufig gestellte Fragen zum Winterwetter am Haus

Wie erkenne ich, ob mein Dach zu viel Schnee trägt?

Achten Sie auf Warnsignale wie sichtbare Dachverformungen, klemmende Fenster und Türen oder Risse im Putz. Diese Anzeichen deuten auf eine kritische Schneelast hin. Kontaktieren Sie in diesem Fall sofort einen Statiker. Die Schneehöhe allein ist übrigens nicht entscheidend – nasser Schnee wiegt deutlich mehr als trockener Pulverschnee.

Muss ich wirklich alle Wasserleitungen im Winter entleeren?

Ja, zumindest alle ungenutzten Leitungen im Außenbereich, in der Garage oder in unbeheizten Räumen sollten Sie unbedingt entleeren. Die jährlichen Schadenskosten von 140 Millionen Euro durch eingefrorene Leitungen zeigen, wie wichtig diese Vorsichtsmaßnahme ist. Auch eine durchgängige Beheizung selten genutzter Räume verhindert teure Frostschäden.

Wohin mit dem Schnee beim Räumen, wenn nicht an die Hauswand?

Häufeln Sie den Schnee auf Pflanzenbeete und unter Bäume. Diese natürliche Schneedecke schützt Ihre Gartenpflanzen vor Frost und versorgt sie beim Tauen mit Wasser. Wichtig: Halten Sie mindestens 50 Zentimeter Abstand zur Hauswand, um Feuchtigkeitsschäden am Mauerwerk zu vermeiden.


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