19. Mai 2026 – Radio Brocken

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Von Akku bis Zellchemie: Das kleine Elektroauto-Lexikon

Hohe Spritpreise und eine finanzielle Förderung lassen viele Menschen gerade über die Anschaffung eines E-Autos nachdenken. Die wichtigsten Begriffe rund um E-Mobilität.

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In Sachsen-Anhalt können Nutzer von E-Autos immer mehr öffentlich zugängliche Ladepunkte finden. (Archiv-Foto) , Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Elektromobilität bringt nicht nur neue Technik, sondern auch neue Begriffe. Von Akku über Bidirektionales Laden bis Zellchemie – wer umsteigt, braucht einen neuen Wortschatz. Ein Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe rund ums E-Auto.

Grundbegriffe: Akku, Motor und Laden

Der Akku ist der Energiespeicher des Elektroautos – aus einzelnen Zellen zusammengesetzt und crashsicher verpackt. Seine Kapazität bestimmt die Reichweite, die Ladeleistung die Dauer der Stopps an der Steckdose.

Beim Elektromotor unterscheidet man permanenterregte Synchronmaschinen (PSM) und fremderregte Asynchronmaschinen (ASM). PSM bieten höhere Leistungsdichte und besseren Wirkungsgrad, ASM sind robuster und preiswerter. E-Motoren sind effizienter, kleiner und oft deutlich stärker als Verbrenner – Leistungen über 1.000 PS sind keine Seltenheit mehr.

Kilowatt (kW) geben die Leistung von Motor und Ladestation an, Kilowattstunden (kWh) die Akkukapazität. Die Ladeleistung reicht von 11 kW bei der heimischen Wallbox bis zu 600 kW bei High Power Chargern. Hersteller wie BYD und Mercedes-AMG haben bereits Megawatt-Lader mit vierstelligen Ladeleistungen angekündigt.

Laden: Von CCS bis Wallbox

Der CCS-Stecker (Combined Charging System) ist die EU-Norm und der vorherrschende Anschluss an Ladesäulen. Öffentliche Schnelllader nutzen Gleichstrom (DC), während zu Hause Wechselstrom fließt.

Die Ladekurve zeigt den Verlauf der Ladeleistung und hängt von Belastbarkeit und Temperatur der Batterie ab. Wichtig ist nicht nur der Spitzenwert, sondern wie lange hohe Leistung anliegt, bevor das Auto die Energieaufnahme drosselt.

Bidirektionales Laden ermöglicht es dem Akku, Energie an andere Verbraucher abzugeben – als Powerbank unterwegs oder zur Pufferung von Solarstrom daheim. Der Porsche Cayenne ist das erste E-Auto mit induktivem Laden ohne Kabel, allerdings nur mit 11 kW Ladeleistung.

Neue Funktionen und Begriffe

Rekuperation bezeichnet die Energierückgewinnung beim Bremsen. Der Motor wird zum Generator und wandelt Bewegungsenergie zurück in elektrische Energie – bei den besten Autos bis zu 600 kW. Der neue BMW iX3 braucht mechanische Bremsen nur noch für den Notfall.

One-Pedal-Driving nutzt diese starke Rekuperation: Das Auto verzögert allein durch Lupfen des Gaspedals, ohne Bremspedal. Der SoC (State of Charge) gibt den Ladezustand der Batterie in Prozent an.

Fortschrittliche Navigation kalkuliert optimale Ladestopps ein und konditioniert die Batterie vor, damit sie mit Wohlfühltemperatur an der Säule ankommt und sofort mit höchster Leistung laden kann.

Förderung und Kosten

Die neue Kaufprämie für E-Autos beträgt je nach Einkommen bis zu 6.000 Euro und kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Die vorherige Förderung war Ende 2023 abrupt gestoppt worden.

An Ladesäulen gibt es unterschiedliche Tarife – Spontankunden zahlen meist mehr als Abonnenten. Mitgliedschaften bieten Energieversorger und manche Fahrzeughersteller mit Sonderpreisen für Tausende Ladesäulen an.

Technik der Zukunft

Bei der Zellchemie dominieren Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) und Lithium-Ionen-Lösungen. LFP sind günstiger und weniger empfindlich, Lithium-Ionen leistungsstärker aber teurer. Die Branche wartet auf Festkörperbatterien (Solid State), die ohne gelartige Elektrolyt-Lösung auskommen und leistungsfähiger, sicherer und weniger temperaturempfindlich sind.

Die ADAC-Pannenstatistik weist E-Autos als zuverlässiger aus als Verbrenner gleichen Alters. Bei Defekten braucht es meist einen Autotransporter, da E-Autos nicht auf eigenen Rädern abgeschleppt werden können. Reparaturen erfordern Personal mit Hochvolt-Ausbildung.


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