Digitaler Impfpass

Covpass: Was Sie jetzt über den digitalen Impfnachweis wissen müssen

Der neue digitale Impfnachweis Covpass soll Ende Juni für alle verfügbar sein. Doch wie funktioniert das Ganze dann? Wir haben es kurz für Sie zusammengefasst.

Ein QR-Code zur Überprüfung des Covid-19 Impfzertifikats.
Ein QR-Code zur Überprüfung des Covid-19 Impfzertifikats. , Foto: Matthias Balk/dpa

01.06.2021

Wer vollständig gegen Covid-19 geimpft ist, muss sich um viele der pandemiebedingten Einschränkungen nicht mehr kümmern. Die Ausgangssperre gilt für vollständig Geimpfte ebenso wenig wie die Testpflicht vor dem Einkaufsbummel oder Restaurantbesuch. Als Nachweis über die erfolgte Impfung muss bisher das gelbe Impfbuch vorgezeigt werden. Dieses Papierheftchen ist allerdings nicht für einen permanenten Transport in der Hosentasche ausgelegt und würde schnell zerfleddern. Abhilfe soll der digitale Impfpass der EU schaffen.


Wie funktioniert der digitale Impfnachweis in der Praxis?

Beim digitalen Impfnachweis wird Ihr Impfstatus in einer Smartphone-App dokumentiert. Diese App zeigt einen QR-Code an, der bei Bedarf wiederum von einer separaten Prüf-App ausgelesen werden kann. Durch den Scan des Codes wird eine Abfrage gestartet, durch die die Gültigkeit des QR-Codes verifiziert wird.

Der Code entspricht EU-Vorgaben und kann daher in allen Ländern der Europäischen Union ausgelesen werden. Gut ist, dass der digitale Impfnachweis neben dem Impfstatus auch Informationen zu bereits überstandenen Covid-19-Infektionen und etwaigen dort abgelegten Corona-Tests enthalten soll.

Aber: Zum Start Ende Juni könnten einige dieser Zusatzfunktionen aber möglicherweise noch nicht bereit sein.


Brauche ich eine neue App oder kann ich auch die Corona-Warn-App nutzen?

In Deutschland wird es mit Covpass zwar eine eigene App für den Impfnachweis geben, aber laut Plänen des Bundesgesundheitsministeriums sollen auch andere Apps die entsprechende Funktion integrieren können. Auch für die Corona-Warn-App wurde eine solche Integration des digitalen Impfnachweises bereits angekündigt. Wenn Sie also schon die Corona-Warn-App verwenden, können Sie sich die Installation der Covpass-App dementsprechend sparen.


Wo bekomme ich den digitalen Impfpass her?

Geplant ist, dass Impfzentren und Ärzte einen Barcode erstellen, der dann mit der App abfotografiert wird und dort den eigentlichen Impfnachweis generiert. Wenn Sie schon vor Veröffentlichung von Covpass vollständig in einem Impfzentrum geimpft wurden, können Sie diesen Barcode auch per Post erhalten. Es gibt aber auch Impfzentren, die nicht über vollständige Adressen der dort geimpften Personen verfügen. Dann sollte es möglich sein, dass Sie mit Ihrem gelben Impfausweis zu Ihrem Hausarzt gehen und sich den digitalen Impfpass ausstellen lassen können.


Welche Informationen enthält der Impfnachweis und wie steht es mit dem Datenschutz?

Der digitale Impfnachweis muss nach EU-Vorgaben den Namen, das Geburts- und Ausstellungsdatum sowie Angaben zum Impfstoff enthalten. Außerdem können dort Information zu vorherigen Covid-19-Infektionen und Testergebnisse gespeichert werden. Die Behörden von besuchten EU-Ländern sollen diese Daten jedoch nicht abrufen dürfen. Überprüft werden soll lediglich die Gültigkeit des Nachweises. Außerdem wird der in der App abgespeicherte Name angezeigt, damit der mit dem Personalausweis abgeglichen werden kann.


Wie funktioniert die Ausstellung des digitalen Impfnachweises?

Ärzte in Deutschland sollen dann nach erfolgter Zweitimpfung ein digitales Impfzertifikat für den Impfling über eine spezielle Software beantragen. Das Zertifikat wird dann elektronisch übermittelt und kann von Ihnen auf dem Smartphone gespeichert werden. Der Nachweis ist kryptografisch gegen eine nachträgliche Manipulation geschützt und wird lokal auf dem Mobiltelefon gespeichert. Damit Sie bei Verlust Ihres Smartphones nicht wieder zum Arzt gehen müssen, gibt es das Zertifikat außerdem als Barcode zum erneuten Einscannen auf Papier.

Über eine von der EU zur Verfügung gestellten Schnittstelle kann der digitale Impfnachweis später von allen Mitgliedsstaaten aus geprüft werden.


Ist der digitale Impfnachweis fälschungssicher?

JEIN. Der eigentliche digitale Impfnachweis soll gegen eine Manipulation geschützt sein. Allerdings: die gelben Impfausweise sind nicht fälschungssicher und wenn der Nachweis in der Praxis anhand der Angaben im gelben Impfbuch ausgestellt werden soll, dann ist der digitale Impfnachweis also nicht echt.


Wird es noch andere digitale Impfpässe geben?

Ja. Neben der EU und ihren Mitgliedsstaaten arbeitet die WHO ebenfalls an einem digitalen Impfzertifikat. Zusätzlich wird auch in Deutschland schon seit längerer Zeit an einem weiteren digitalen Impfpass gearbeitet. Der soll Bestandteil der elektronischen Patientenakte sein und 2022 eingeführt werden. Allerdings soll dieser digitale Impfpass vor allem Patienten helfen, empfohlene Impfauffrischungen nicht zu vergessen. Als Impfnachweis gegenüber Dritten ist er nicht gedacht.

Allerdings hinkt Deutschland mit der digitalen Erfassung der Geimpften gegenüber anderen Ländern hinterher, denn es gibt bei uns keine bundesweite Datenbank aller geimpften Personen, was das Ausstellen eines digitalen Impfnachweises deutlich einfacher machen würde.


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