Halberstadt

Wirklich alles für die Tonne? - Initiative GastroHilft rettet Lebensmittel

Jährlich werden in Deutschland ca. zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Unser Sachsen-Anhalt-Reporter Dennis Schubert hat Andreas Gottschalk von der Initiative „GastroHilft“ in Halberstadt besucht, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, dagegen etwas zu tun.

Lebensmittel sind zum Essen da

Obst, Gemüse, Butter, Milch oder auch Käse – bei GastroHilft in Halberstadt finden sich allerlei leckere Lebensmittel wieder. Das Haltbarkeitsdatum ist meist schon abgelaufen, im Supermarkt wollte man sie deshalb nicht mehr zum Verkauf anbieten. Trotzdem landen Sie nun nicht in der Mülltonne, sondern bei vielen dankbaren Menschen, die die eigentlich noch frischen Lebensmittel gut gebrauchen können. Möglich wird das durch Andreas Gottschalk, der diese großartige Initiative ins Leben gerufen hat. Schon sein Opa hat früher alles im Haushalt verwertet und nichts weggeschmissen, diese Einstellung begleitet Andreas bis heute. Als durch die Pandemie alle Supermärkte auf ihren Lebensmitteln sitzen geblieben sind, wollte er helfen, diese zu retten. So kam es, dass GastroHilft gegründet wurde.

Das Prinzip der Initiative ist eigentlich ganz simpel: „Give what you want“ heißt das System, nach dem Andreas und sein ca. 25-köpfiges Team arbeiten. Jeder Interessierte kann in das Verteilerzentrum in Halberstadt kommen und mitnehmen, was er möchte. Dafür kann er dann bezahlen, so viel er bereit ist zu geben. Wenn er nichts hat, dann gibt er einfach nichts. Damit hat Andreas kein Problem, wichtig ist ihm vor allem, dass seine Arbeit wertgeschätzt wird. Bei GastroHilft sind wirklich alle willkommen, auch die Menschen, die theoretisch genug Geld haben, um im Supermarkt einkaufen zu gehen. Im Fokus steht, etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu tun. So besuchen jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 14 bis 18 Uhr zwischen 150 und 300 Leute Halberstadts Lebensmittelretter. Von der Mutter mit Kindern bis hin zum Rentner kommt jeder vorbei.

Zahlreiche Vereine, Einzelhändler, Gastronomen und Privatpersonen unterstützen Andreas und sein Team. Dies ist auch notwendig, denn natürlich müssen Miete, Strom und Benzin bezahlt werden. Selbst zwei Supermarktketten, die sonst nie Lebensmittel abgegeben haben, beispielsweise an die Tafeln und Wärmestuben, sind mit ihm schon Kooperationen eingegangen. Halberstadts Gastronomen helfen, indem sie aus den geretteten Lebensmitteln warme Mahlzeiten für wohnungslose Menschen kochen. Wer gern selbst etwas zu der Initiative beitragen möchte, der kann sich als Freiwilliger bei GastroHilft melden. Auch mit Lebensmittelspenden, Hilfe bei Aufräumarbeiten im Verteiler oder nur mit einem netten Gespräch kann man Andreas‘ Team etwas Gutes tun.

Sachsen-Anhalt Reporter

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