27. Juli 2021 – Radio Brocken

Sachsen-Anhalt Reporter

Vom alten Schulbus zum schicken Wohnmobil

Einfach losfahren und die schönsten Reiseziele erkunden – reisen mit dem Wohnmobil wird gerade in diesen Zeiten immer beliebter. Marcus Hopfe aus Neuermark-Lübars im Landkreis Stendal schafft sich gerade den wohl ungewöhnlichsten Wohnwagen Sachsen-Anhalts.

Hierfür baut er einen amerikanischen Schulbus um, der schon ganze 41 Jahre auf dem Buckel hat. Unser Radio Brocken Sachsen-Anhalt Reporter Lars Frohmüller hat ihn besucht.

Mit 100 Meilen auf dem Tacho bis nach Portugal und Spanien

Der 28-jährige IT-Administrator Marcus Hopfe hat vor sein Büro vor ein paar Monaten von Leipzig in seine naturbelassene Heimat im Elb-Havel-Winkel verlegt. Das brachte ihn auf die Idee für sein Projekt "One Million Miles". Der Name kommt nicht von ungefähr – rund eine Million Meilen hat der Schulbus nämlich tatsächlich schon auf dem Tacho. Das sind ungefähr 1,6 Million Kilometer. Mit dem 11,5 mal 2,5 Meter große Gefährt soll in Zukunft das alternative Reisen propagiert werden. Der Plan ist, dass die Leute später den Bus mieten sollen oder Marcus Hopfe selbst Reisen begleitet. Reiseziele wie Spanien oder Portugal schweben dem IT-Spezialisten vor. Bis dahin ist aber noch viel zu tun.

Umbau als Community-Projekt

In einer Werkstatt in Polkau bei Osterburg soll der Schulbus auf 2 Etagen mit insgesamt 8 Betten, einer Toilette und Dusche, sowie einer Küchenzeile ausgestattet werden. Die dafür erforderlichen 35.000 Euro sollen über ein Crowd-Funding-Projekt zusammenkommen. Die großzügigsten Spender dürfen bei der ersten Fahrt dabei sein. Der ganze Umbau ist als Community-Projekt gedacht und hat bereits einige Unterstützer, die auch bei der Vermarktung helfen. Bis der Bus reisefertig ist, wird es wohl noch ein Weilchen dauern. Marcus Hopfe denkt, dass er bestimmt noch bis ins nächste Jahr hinein mit dem Basteln beschäftigt sein wird. Die Umwandlung kann von Interessierten in den sozialen Netzwerken verfolgen.

Ein Schulbus mit Geschichte wird zum nachhaltigen Reisegefährt

Für 15.600 Euro hat Marcus seinen Schulbus vor ein paar Monaten in Hamburg gekauft. Dort war dieser einige Jahre als Partybus unterwegs und hatte Pole-Dance-Stangen und eine Bar eingebaut. Früher hat zukünftige Wohnmobil der Extraklasse bis zu 60 Schulkinder transportiert. Wo genau der Bus damals in Amerika gefahren ist, weiß Marcus leider nicht. Für seine zukünftigen Reisen soll das Augenmerk nun vor allem auf Nachhaltigkeit gelegt werden. Das scheint bei einem so alten großen Wagen, der rund 30 Liter Diesel auf 100 Kilometer frisst erst einmal widersprüchlich. Aber mit den acht Betten im Bus ist der CO2-Faktor ähnlich, wie wenn zwei Leute mit dem PKW reisen. Auch die Ausstattung soll der Nachhaltigkeit dienen. So soll die Elektrik für den Kühlschrank und andere Geräte über Solarenergie laufen. Außerdem möchte Marcus Hopfe mit Anbietern von ökologischen Produkten zusammenarbeiten.

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