Sachsen-Anhalt Reporter: 27.05.2021

Hilflose Jungtiere – Tierschützer retten Rehkitze vor Mähmaschinen

Tierschützer Max Enders bewahrt Rehkitze vor dem Tod durch riesige Mähmaschinen. Weitere Freiwillige werden immer gesucht. Wo auch Sie sich melden können.

Gefahr beim Mähen

Im Mai und im Juni werden für gewöhnlich die Wiesen gemäht. Die Landwirte machen aus dem Gras Heu für Schafe, Kühe und Rinder. Doch oft gibt es bei den Mäharbeiten tragische Zwischenfälle, denn immer wieder werden Rehkitze und andere Wildtiere von den großen Maschinen verletzt oder sogar getötet. Die Zahl der betroffenen Tiere geht dabei jährlich in die Tausende.


Rehkitzrettung - Nachteinsatz - Max Enders
27.05.2021
Rehkitzrettung - Nachteinsatz - Max Enders
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Hohes Gras als Schutz

Natürlich stellt sich dabei die Frage: Warum rennen die Tiere nicht einfach weg? Aber so einfach ist es nicht. Das Liegenbleiben bei Gefahr ist eine angeborene Schutzstrategie der jungen Rehe. Dazu kommt, dass die Rehmütter ihre Kinder absichtlich ins hohe Gras legen, um sie vor Raubtieren zu schützen. Danach sehen sie nur drei bis vier Mal am Tag nach ihren Jungen. Die meiste Zeit beobachten sie die Kitze aber eher aus der Ferne. Die Böcke kümmern sich dann gar nicht mehr.

Rehkitzrettung - Brut Rehkitze - Max Enders
27.05.2021
Rehkitzrettung - Brut Rehkitze - Max Enders
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Unsichtbar und ungeschützt

Da die Rehkitze zudem auch keinen Eigengeruch verbreiten, sind sie quasi unsichtbar – sowohl für ihre Fressfeinde als auch für die Helfer. So sind sie den riesigen Mähmaschinen oft schutzlos ausgesetzt. Und auch die Landwirte sehen die Rehe von den Maschinen meist zu spät oder gar nicht. Dennoch sind die Landwirte dazu verpflichtet, Gegenmaßnahmen zu treffen, um diese Zwischenfälle zu vermeiden. Zumal Tierkadaver im Mähgut und damit im Futter auch für sie gefährlich werden können.


Absuchen ineffektiv

Traditionell werden also die Wiesen am Vorabend des Mähens mit Helfern und Hunden abgesucht. Auch Knistertüten oder Flatterbänder werden angebracht oder elektronische Wildscheuchen aufgestellt. Auch das Anmähen der Wiese ist eine Möglichkeit, die Tiere zu verscheuchen. Da aber selbst Hunde die Rehkitze aufgrund des fehlenden Eigengeruchs nicht ausmachen können, sind effektivere Maßnahmen gefragt.

Rehkitzrettung - Suche - Jenny Eckner
27.05.2021
Rehkitzrettung - Suche - Jenny Eckner
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Modernste Technik

Tierschützer überfliegen die Wiesen mit Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind. Helfer sichern dann die Tiere in Kisten - entweder am Rand des Feldes oder direkt am Fundort mit einer großen Fahne, damit an dieser Stelle nicht gemäht wird. Oberstes Gebot dabei: Kitze niemals mit bloßen Händen anfassen, da sie durch den menschlichen Geruch von ihren Müttern verstoßen werden.


Ehrenamt mit Herz

Einsätze zwischen drei und vier Uhr morgens sind keine Seltenheit in der Setzzeit der Rehkitze. Schließlich wollen die Landwirte bei Zeiten mähen, zudem würde die Mittagssonne das Feld so sehr aufheizen, dass die Wärmebildkamera keine Kitze mehr ausfindig machen könnte. Dieses Ehrenamt erfordert viel Liebe und Hingabe. Für diese Aktionen werden auch immer freiwillige Helfer gesucht. Auch Sie können unter Anleitung kleine Tiere mit großen Knopfaugen retten. Infos dazu gibt es auf https://www.kitzrettung-unstruttal.de/ oder https://kitzrettung-hilfe.de/.

Rehkitzrettung - Drohne - Max Enders
27.05.2021
Rehkitzrettung - Drohne - Max Enders
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Rehkitzrettung - Wärmebildkamera - Max Enders
27.05.2021
Rehkitzrettung - Wärmebildkamera - Max Enders
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Rehkitzrettung - Rettung - Jenny Eckner
27.05.2021
Rehkitzrettung - Rettung - Jenny Eckner
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