Halberstadt

Ein außergewöhnlicher Job: Neue Türmer in Halberstadts Martinikirche

Sie führen Menschen von nah und fern auf das Wahrzeichen Halberstadts und erzählen ihnen allerlei interessante Geschichten über die Stadt – unser Sachsen-Anhalt Reporter Dennis Schubert hat die neue Türmerin Bianca Groß und den Türmer Jens Pforte auf die Aussichtsplattform der St. Martinikirche begleitet.

Foto: Radio Brocken
Foto: Radio Brocken


Die erste Türmerin seit langer Zeit

Bianca Groß ist die erste Türmerin seit 80 Jahren.
Bianca Groß ist die erste Türmerin seit 80 Jahren.

Eine Türmerin in der Martinikirche in Halberstadt – das gab es in der Geschichte des Gotteshauses das letzte Mal vor knapp 80 Jahren. Zu Zeiten des zweiten Weltkrieges führten bereits zwei Wächterinnen den Türmerberuf in der Stadt aus. Bianca Groß tritt nun in ihre Fußstapfen. Für den ursprünglichen „Männerjob“ bringt sie alle Qualifikationen mit, denn als Buchhändlerin und echtes Halberstädter Urgestein weiß sie über die Stadt bestens Bescheid. So kann sie nun an jedem dritten Samstag interessierte Besucher auf die Aussichtsplattform begleiten und ihnen Wissenswertes über Halberstadt näherbringen. Mit Jens Pforte hat die Stadtpfarrkirche einen weiteren Türmer, der sich schon seit fünf Jahren in dem Job bewährt hat. Die Arbeit machen Bianca und Jens ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

Jens Pforte ist ehrenamtlicher Türmer in Halberstadt.
Jens Pforte ist ehrenamtlicher Türmer in Halberstadt.

Türmer früher und heute

Türmer gibt es schon seit dem Mittelalter. Bis 1908 sorgten sie für die Sicherheit in der Stadt. Sie verrichteten in den Türmen regelmäßige Rundgänge und warnten die Bevölkerung bei Feuer, Hochwasser, Gewitter oder Krieg. Die Aufgaben von Bianca Groß und Jens Pforte sehen heute ein wenig anders aus. Sie sollen vor allem die Stadt repräsentieren und die regelmäßige Öffnung der Aussichtsplattform der Kirche sichern. In mittelalterlichem Gewand führen sie Interessierte auf die zwei achteckigen ungleichen Türme, die als Wahrzeichen der Stadt die Silhouette Halberstadts prägen. Von dort aus genießen die Besucher einen atemberaubenden Ausblick über die Stadt und den Harz, bis hin zum Brocken.

Anspruchsvolle Arbeit

Bei einem Arbeitsplatz in 29 Metern Höhe ist Schwindelfreiheit definitiv ein Muss. Für die 128 Stufen bis ganz nach oben müssen Türmerin und Türmer auch eine gewisse körperliche Fitness mitbringen. Da es auf den Türmen keine Toilette und kein Wasser gibt, gehört zudem etwas Disziplin zum Job. Auch die Begeisterung für die Stadt und ihre Geschichte ist wichtig, um die Besucher mit spannenden Anekdoten über Halberstadt in den Bann zu ziehen.

Sachsen-Anhalt Reporter

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