Anhalt-Bitterfeld

Blick in die Zukunft mit dem Alterssimulationsanzug

Mal eben von Mitte 20 auf Mitte 70 altern – das konnte unser Sachsen-Anhalt-Reporter Dennis Schubert am eigenen Leib erfahren.

Er war bei der Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragten des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und hat dort einen Anzug zur Alterssimulation anprobiert.

Der Anzug

Wie fühlt es sich an, alt zu sein, schlecht zu sehen, zu hören und sich kaum noch bewegen zu können? Für junge Leute, wie Dennis, eine schwer vorstellbare Situation. Mit dem Alterssimulationsanzug sollte er sich einmal völlig in die Lage eines alten Mannes hineinversetzen. 15 Kilogramm wiegt der Anzug - ein erster Hinweis darauf, dass das Tragen nicht unbedingt angenehm ist. Seine Kosten belaufen sich auf fast 1.000 Euro. Grundlage des Anzugs ist ein blauer Overall. Dazu kommt so einiges an Zusatzausrüstung, die Dennis das Leben für kurze Zeit etwas schwerer machen sollte. Um einmal mit den Augen einer älteren Person sehen zu können, gibt es Brillen in verschiedenen Sehstärken. Das schlechte Hören soll durch Kopfhörer simuliert werden. Auch die Knochen schmerzen bei Älteren häufig. Um beispielsweise Arthrose zu simulieren, werden spezielle Handschuhe angezogen. Damit nachvollzogen werden kann, wie es sich anfühlt, wenn Arm- und Kniegelenke eingeschränkt sind, werden an diesen Manschetten befestigt. Des Weiteren bekommt Dennis noch einen schweren Rucksack aufgesetzt, um die Rückenschmerzen im Alter nachzuempfinden.

Eine wichtige Erfahrung

Der Alterssimulationsanzug dient nicht der bloßen Unterhaltung, er ist wichtig für Bildungszwecke. Wissen, wie es sich anfühlt, wenn alles im Alltag beschwerlich ist – vor allem für Berufe mit alten Menschen oder Behinderten ist dies von Bedeutung. Um das Verständnis für Ältere zu entwickeln und zu lernen, wie man am besten mit ihnen umgeht, wird so ein Anzug deshalb oft in Berufsschulen für Ausbildungsberufe in der Pflege verwendet.

Jana Gleitner möchte den Anzug auch an andere Schulen ausleihen, damit die Schüler dort für solche Pflegeberufe sensibilisiert werden.

Sachsen-Anhalt Reporter

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