17. September 2026 – dpa Nachrichten

Justiz

Sturz aus Zug - neue Ermittlungen zum Tod eines Fußballfans

Vor fast zehn Jahren stürzte ein Magdeburger Fußballfan aus einem Regionalzug und starb Tage später. Unglück oder Gewalttat? Der Fall, der längst zu den Akten gelegt wurde, wird wieder aufgerollt.

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2017 stellte die Staatsanwaltschaft Magdeburg die Ermittlungen ein - jetzt wurden sie wieder aufgenommen. (Symbolbild)

Fast zehn Jahre nach dem tödlichen Sturz eines Magdeburger Fußballfans aus einer Regionalbahn sind die Ermittlungen wieder aufgenommen worden. «Anlass für die erneute Befassung mit dem Todesfall sind unter anderem die im Juli 2026 in einem Podcast veröffentlichten Recherchen und darin bekanntgewordenen neuen Hinweise zum damaligen Geschehen», teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Magdeburg mit. Es werde wegen des Verdachts auf ein vorsätzliches Tötungsdelikt ermittelt. Die Polizei hat einen Zeugenaufruf gestartet und bittet um Hinweise über das Hinweisportal.

2017 wurden die Ermittlungen eingestellt

Im März 2017 waren die Ermittlungen eingestellt worden. Damals hieß es, es habe sich um einen traurigen Unfall gehandelt und nicht um eine Gewalttat. Es hatte der Vorwurf im Raum gestanden, dass der Fan des 1. FC Magdeburg in dem Zug von Anhängern des gegnerischen Halleschen FC (HFC) bedroht oder gar aus dem Zug gedrängt worden sein könnte.

Im Podcast sei es um beteiligte Personen gegangen und das, was damals im Zug geschehen sein soll. Die Schilderungen würden mit den umfangreichen Ergebnissen des ursprünglichen Ermittlungsverfahrens abgeglichen und neu bewertet. «Darüber hinaus werden konkrete Hinweise aus der halleschen Ultra-Szene geprüft», so Staatsanwaltschaft und Polizei.

Das ist laut den Ermittlern bislang bekannt

Am 1. Oktober 2016 bestieg der 25 Jahre alte Fan des 1. FC Magdeburg (FCM) in Haldensleben gemeinsam mit weiteren Fans den Regionalzug nach Magdeburg. Im Zug befand sich bereits eine größere Gruppe von Fußballfans des Halleschen FC, darunter Personen aus der damaligen Ultraszene, die sich auf der Rückreise von einem Auswärtsspiel befanden. Während der Fahrt kam es zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf der 25-Jährige aus dem fahrenden Zug stürzte und schwerste Verletzungen erlitt. Am 12. Oktober 2016 verstarb er aufgrund dieser Verletzungen.

Polizei bittet erneut um Hinweise

Die Polizei bittet nun alle Menschen, die Angaben zum damaligen Geschehen oder den daran beteiligten Personen machen können, sich zu melden. «Der Zeugenaufruf richtet sich ausdrücklich auch an Personen, die bereits im ursprünglichen Ermittlungsverfahren Angaben gemacht haben, inzwischen jedoch über weitere Erkenntnisse verfügen oder ihre damaligen Angaben ergänzen möchten.» Auch wer bislang keinen Kontakt zu Ermittlungsbehörden hatte, solle sich melden. Von Bedeutung seien nicht nur unmittelbare Beobachtungen aus dem Regionalzug, sondern auch spätere Äußerungen oder Gespräche über das Geschehen oder das Umfeld.

«Auch nach nahezu zehn Jahren kann eine einzelne, bislang nicht bekannte Information dazu beitragen, die Ereignisse im Regionalzug zu rekonstruieren und die noch offenen Fragen zum Tod von Hannes Schindler zu beantworten», erklärten Staatsanwaltschaft und Polizei.

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