22. Juli 2026 – dpa Nachrichten
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident ist überzeugt: Das BSW könnte der AfD zur Regierung verhelfen. Über den AfD-Spitzenkandidaten verliert Schulze zudem klare Worte.
Die AfD könnte laut Ministerpräsident Sven Schulze nach der Landtagswahl durch Stimmen des BSW an die Regierung kommen. «Ich bin überzeugt davon, dass das BSW mit der AfD gemeinsame Sache machen wird, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt», sagte der CDU-Spitzenkandidat den Zeitungen der Funke Mediengruppe auf die Frage, ob das BSW bei einem Einzug in den Landtag der AfD zur Macht verhelfen werde.
Beiden Parteien warf Schulze zudem vor, über die Landtagswahlen bundespolitisch Bedeutung gewinnen zu wollen. Alice Weidel und Sahra Wagenknecht sei das Land aber egal. «Ich möchte nicht, dass Sachsen-Anhalt von Frau Weidel aus der Schweiz und von Frau Wagenknecht aus dem Saarland regiert wird», fügte Schulze hinzu.
In AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sieht der Ministerpräsident demnach eine Marionette von Weidel, die über Sachsen-Anhalt im Bund an die Macht kommen wolle. Siegmund mache, was Weidel von ihm verlange und bekomme nicht mit, «dass er zum Nachteil seiner Heimat missbraucht wird für die Interessen dieser Frau».
In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen liegt die AfD weit vor der CDU.
Das BSW wies die Vorwürfe des Ministerpräsidenten zurück. «Wir kämpfen nicht um Macht um ihrer selbst willen und lassen uns auch nicht als bloße Mehrheitsbeschaffer einspannen», sagte Sachsen-Anhalts BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze der Deutschen Presse-Agentur.
Seine Partei trete mit einer eigenständigen politischen Agenda an und arbeite «sachorientiert mit jenen zusammen, mit denen sich dieses Land zum Besseren verändern lässt» – über das gesamte Spektrum der politischen Landschaft hinweg. «Für uns zählen Vernunft und Gerechtigkeit, keine Brandmauern», betonte Schulze.