11. August 2026 – dpa Nachrichten
Nach einem schwachen Jahresstart verzeichnet der ostdeutsche Maschinenbau im zweiten Quartal einen deutlichen Anstieg der Bestellungen – vor allem aus dem Euro-Raum.
Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau ist nach einem schwachen Start ins Jahr wieder deutlich im Aufwind. Der Auftragseingang im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau lag im zweiten Quartal dieses Jahres 27 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie der Branchenverband VDMA Ost mitteilte. Das Inlandsgeschäft legte um 19 Prozent zu, die Auslandsaufträge stiegen um 30 Prozent.
Besonders stark hat sich demnach die Nachfrage aus dem Euro-Raum mit einem Plus von 55 Prozent entwickelte, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 20 Prozent mehr Bestellungen. Im ersten Quartal 2026 war der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau mit einem Auftragsminus von real 15 Prozent im Bundesvergleich noch Schlusslicht.
«Die aktuellen Zahlen sind eine positive Momentaufnahme, ändern aber nichts an den strukturellen Herausforderungen für die Unternehmen», betonte der Geschäftsführer des VDMA Ost, Oliver Köhn. Umso wichtiger seien jetzt weitere Reformen bei Bürokratie, Energiepreisen, Unternehmensbesteuerung und Infrastruktur. Die Unternehmen bräuchten Planungssicherheit, damit Investitionen nicht länger aufgeschoben würden.
Zum VDMA-Landesverband Ost zählen nach eigenen Angaben etwa 350 Unternehmen, Werke und Niederlassungen des Maschinen- und Anlagenbaus in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahresdurchschnitt 2025 beschäftigte die Branche 78.200 Menschen. Erfasst sind dabei aber nur Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern.