01. Oktober 2026 – dpa Nachrichten
Ein Investor für eine der größten Produktionsanlagen im Chemiepark Leuna fand sich nicht. Jetzt läuft die Stilllegung. Das reguläre Insolvenzverfahren hat begonnen.
Das Insolvenzverfahren über das Chemieunternehmen Leuna Polyamid GmbH ist offiziell eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde der bisherige Sachwalter Lucas Flöther berufen, wie das Unternehmen mitteilte. Seit dem 20. Juni habe sich das Unternehmen in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gefunden. Im September sei begonnen worden, die Anlagen schrittweise anzuhalten.
«Die letzten Produktmengen werden in den ersten Oktobertagen die Anlage verlassen.» Anschließend würden die Beschäftigten mit der Sicherung, Entleerung und Reinigung der Anlagen beginnen. «Überwacht wird dies durch das Landesverwaltungsamt als zuständige Behörde für die Gefahrenabwehr.»
Vor wenigen Wochen hatte die Leuna Polyamid GmbH die Suche nach einem neuen Investor für eine der größten Produktionsanlagen im Chemiepark Leuna für gescheitert erklärt. Geschäftsführer Martin Naundorf hatte angekündigt, die Produktion ab Ende September schrittweise herunterfahren zu müssen. Dies werde nicht nur mehrere Wochen dauern, sondern auch einen Großteil der mehr als 400 Mitarbeiter weiterhin nötig machen.
Jetzt hieß es, die Beschäftigten würden zunächst für das Abfahren und die Sicherung der Anlagen weiter am Standort tätig sein. «Mittelfristig werden wir gemeinsam mit der Arbeitsagentur sowie vielen Unternehmen am Standort und in der Region nach Lösungen für die weitere Beschäftigung suchen.» Trotz der schwierigen Lage der Branche gebe es weiterhin Investitionen in der chemischen Industrie und damit Interesse an gut ausgebildeten Fachkräften.