07. November 2026 – dpa Nachrichten

Veranstaltungen

Besucherschlangen vor umstrittener Buchmesse in Halle

Mehr als 140 Autoren und Verlage kommen in der Halle Messe zusammen – darunter bekannte Namen aus der rechtsextremen Szene. Die Veranstaltung steht in der Kritik.

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Vor der Buchmesse standen Besucher Schlange, daneben standen mehrere Demonstrantinnen., Foto: Heiko Rebsch/dpa

Zum Auftakt der umstrittenen Buchmesse «Seitenwechsel» hat es vor der Messe in Halle lange Besucherschlangen gegeben. Im zweiten Jahr der Veranstaltung in der Saalestadt hatte Organisatorin Susanne Dagen auf der Grundlage der Vorverkaufszahlen mit deutlich mehr Besuchern als im Vorjahr gerechnet. Einige Vertreterinnen der «Omas gegen Rechts» standen mit Plakaten vor dem Eingang. Die Polizei war präsent.

Organisatorin Susanne Dagen ist Mitglied der AfD-Stadtratsfraktion in Dresden und betreibt seit vielen Jahren eine Buchhandlung im Stadtteil Loschwitz. Im vergangenen Jahr hatte die Messe erstmals stattgefunden. Laut Veranstalter waren 6.000 Besucher gekommen.

Für dieses Wochenende haben sich laut Ausstellerverzeichnis der Messe über 140 Autoren und Verlage angekündigt - darunter das «Compact-Magazin» und der Antaios-Verlag. Beide in Sachsen-Anhalt beheimateten Verlage werden von den Verfassungsschutzbehörden von Land und Bund als «gesichert rechtsextrem» eingestuft. Das Magdeburger Innenministerium hatte zuvor erklärt, einige der Messe-Aussteller seien dem «verfassungsschutzrelevanten Teil der sogenannten Neuen Rechten» zuzuordnen.

Derartige Einstufungen «von weisungsgebundenen Behörden», seien für sie irrelevant, hatte Messe-Organisatorin Dagen auf Anfrage erklärt. Auf der Webseite der Messe heißt es, Aussteller und Exponate, die «Diktaturen verherrlichen oder gegen die freiheitliche Gesellschaft gerichtet» sind, würden nicht zugelassen. Es gehe darum, «oppositionell konservativen Meinungen» eine Bühne zu geben.

Als Referenten und Diskutanten angekündigt sind umstrittene Figuren wie der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen und der Kabarettist Uwe Steimle. Neben ihnen finden sich im Programm auch der Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Tino Chrupalla, und der AfD-Landtagsvizepräsident Hans-Thomas Tillschneider. Er referiert dem Programm zufolge über Kulturpolitik und «Wie es ist, deutsch zu sein».

Protest ist auch für Sonntag geplant: Unter dem Motto «Antifaschistischer Zeitenwechsel» ruft ein Bündnis am Sonntag, 11.00 Uhr, zu einer Demo am Steintor auf. Ab 13.30 Uhr ist eine Protestkundgebung vor dem Messegebäude geplant. «Wir kämpfen gegen die Etablierung einer extrem rechten Buchmesse», erklärten die Organisatoren.

Besonders kritisch sehen sie die «Verbindung rund um den Verlag Antaios». «Die Autor*innen des Verlags sind bekannt für sexistische, antisemitische, rassistische, anti-demokratische und völkische Positionen», heißt es.

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