05. Mai 2026 – Radio Brocken
Hundeshampoo klingt nach Spezialkosmetik, ist aber vor allem eine Frage der Hautgesundheit.
Hundehaut ist basischer als menschliche Haut, ihr typischer pH-Wert liegt deutlich höher. Ein normales Shampoo für Menschen kann deshalb den Säureschutzmantel angreifen, die Haut austrocknen und Reizungen begünstigen. Zugleich zeigt der Test, dass Baden für Hunde die Ausnahme bleiben sollte: Regelmäßiges Bürsten ist für die Fellpflege entscheidender, Shampoo sollte sparsam eingesetzt werden - nur dann, wenn sich Schmutz nicht mehr auskämmen lässt oder das Fell unangenehm riecht.
Viel Kritik im Kleingedruckten
Gerade hier offenbart der Markt erstaunliche Schwächen. Knapp die Hälfte der geprüften Hundeshampoos fällt mit „ungenügend“ durch. Kritisiert werden vor allem problematische Konservierungsmittel und Mängel bei der Deklaration. In mehreren Produkten fanden sich Stoffe wie Formaldehyd, Isothiazolinone oder IPBC, die aus Sicht des Tests wegen ihres allergenen oder gesundheitlich problematischen Potenzials unerwünscht sind. Hinzu kommen Einzelfälle mit künstlichen Moschusdüften, Diethylphthalat, Chlorhexidin sowie problematischen Tensiden oder synthetischen Polymeren. Auch fehlende vollständige Inhaltsstofflisten wiegen schwer - besonders, wenn Hersteller selbst auf Nachfrage keine vollständigen Angaben liefern.
Zwei Produkte an der Spitze
An die Spitze setzen sich zwei Shampoos mit der Bestnote „sehr gut“: Lila Loves It Shampoo Shine & Comb und Petchen Langhaar Hundeshampoo. Beide kommen ohne die im Test beanstandeten problematischen Inhaltsstoffe aus. Das Petchen-Produkt verzichtet zudem auf Parfüm, was die empfindliche Hundenase schont. Ebenfalls positiv schneiden AniForte und das Bio Fellglanz Shampoo von Beaphar mit „gut“ ab. Deutlich wird aber auch: Ein hoher Preis schützt nicht automatisch vor Kritik, und wohlklingende Duftwelten oder emotionales Marketing sind kein Qualitätsbeleg.
Weniger Duft, mehr Sorgfalt
Für Verbraucher ist die Bilanz klar: Gute Hundepflege beginnt nicht mit viel Schaum, sondern mit Zurückhaltung. Wer seinen Hund badet, sollte ein geeignetes Produkt wählen, auf eine nachvollziehbare Deklaration achten und stark parfümierte Varianten eher kritisch sehen. Der Test macht deutlich, dass tiergerechte Pflege vor allem eines verlangt: Produkte, die Haut und Nase des Hundes respektieren - und keine unnötigen Risiken ins Badezimmer bringen.