29. Januar 2026 – Radio Brocken
Von Bio bis Pestizidalarm: Worauf Sie beim Kauf von Studentenfutter achten sollten und welche Mischungen im Test überzeugen.
Knabbern mit Köpfchen: Was Studentenfutter wirklich taugt
Das aufregende Derby der Lieblingsmannschaft, die letzten Fights bei Olympia oder auch der Serienmarathon beim Lieblings-Streamingdienst … was zu knabbern haben die meisten von uns immer parat.
Als vergleichsweise gesund in Sachen „Knabberzeug“ gilt Studentenfutter. Aber ist es das wirklich? Ökotest hat genauer hingeschaut.
Im Test: Gute Noten für Bio, Sorgen bei Pestiziden und Mineralöl
29 Studentenfutter-Produkte, darunter elf Bio-Varianten, kamen auf den Prüfstand. Die erfreuliche Nachricht zuerst: Fast die Hälfte schnitt „gut“ oder „sehr gut“ ab, und die günstigste empfehlenswerte Mischung gibt es schon ab 1,69 Euro pro 200 Gramm. Doch die Kehrseite ist bitter: Sechs Produkte fielen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch, oft wegen Mineralölrückständen und teils hoher Pestizidbelastung. Besonders kritisch sah das Labor aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), in denen sogar krebserregende Verbindungen stecken können. Und während Bio-Produkte im Schnitt besser abschnitten, fanden sich bei einigen konventionellen Mixen bis zu neun verschiedene Pestizide - darunter sogenannte PFAS, die als „Ewigkeitschemikalien“ die Umwelt und Gesundheit belasten. Auch Bakterien und hohe Zuckerwerte wurden teils beanstandet.
Herkunft, Zutaten, Warnhinweise: Was Verbraucher wissen sollten
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte bei Studentenfutter genau auf die Deklaration schauen: Nur einige Hersteller - etwa Seeberger, Maryland oder Kluth - machen transparent, aus welchen Ländern Nüsse und Trockenfrüchte stammen. Erst seit 2025 ist überhaupt eine (wenn auch vage) Herkunftsangabe gesetzlich vorgeschrieben. Auch die Mischung selbst variiert je nach Anbieter stark, genauso wie der Zuckeranteil - hier kann eine Portion schon die Hälfte der WHO-Empfehlung ausmachen!
Ein wichtiger Tipp für Familien: Paranüsse sollten Kleinkinder, Schwangere und Stillende meiden, da diese zu viel natürliches Radium enthalten können. Für Allergiker und kleine Kinder gilt außerdem der Hinweis auf die Erstickungsgefahr durch Nüsse - leider fehlt dieser bei manchen Produkten noch. Wer wirklich „mit Köpfchen knabbern“ will, greift also zu Bio, achtet auf transparente Kennzeichnung und verzehrt Studentenfutter (trotz aller Vorteile) lieber in Maßen als in Massen.