26. Februar 2026 – Radio Brocken
Ökotest hat verschiedene Kinderprodukte auf deren Zuckergehalt getestet. Alles halb so schlimm oder doch zu viel Zucker?
In den gut beleuchteten Supermarktregalen sind sie die strahlenden Stars: Kinderprodukte wie Fruchtzwerge und Co. ziehen mit ihren bunten Packungen und lustigen Comicfiguren Blicke magisch an. Optimal auf Kinderhöhen platziert, führen sie oftmals zum berühmten Elterndilemma; schlussendlich landen die Zwerge schneller im Einkaufswagen, als die guten Vorsätze der Eltern halten. Aber müssen diese tatsächlich ein schlechtes Gewissen haben oder ist die Sache mit dem Zuckergehalt doch nicht so schlimm?
Süßes Versprechen mit falschen Wahrheiten
Wir haben es vermutet: Finger weg von solchen bunten Kinderprodukten. Denn ein genauer Blick hinter deren hübsche Fassade zeigt: Während 12 der 15 untersuchten Produkte die Zuckerobergrenze von 12,5 Gramm pro 100 Gramm nicht überschreiten, und Fruchtzwerge mit 8,3 Gramm den höchsten Zuckerstandard setzen, bleibt „weniger süß“ kein Gesundheitszeugnis. Kein Kinderdessert ist frei von zugesetztem Zucker, trotz hübsch klingender Gesundheitstitel. Drei der Produkte verfehlen sogar die von der WHO festgelegte Zuckernorm, darunter „Müller Joghurt mit der Ecke“ und „Nestlé Smarties & Joghurt“: mit 12,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm Inhalt.
Zucker - die geheime Macht im Becher
Negativ-Spitzenreiter im Ökotest-Check ist Lidls Milbona Safari Bunter Vogel Joghurt geworden, mit 16,8 Gramm Zucker auf 100 Gramm. Unabhängig von der vorhandenen Laktose - also als „freier Zucker“ bezeichnet - bleibt er immer noch über dem akzeptablen Maximum der WHO für Kinderprodukte platziert. Ein dreijähriges Kind sollte in einem Tag nicht mehr als 15 Gramm freien Zucker zu sich nehmen, was etwa fünf Zuckerwürfeln entspricht. Mit einem einzigen Becher überschreitet die Aufnahme die WHO-Richtlinien stark, und für die Altersgruppe von sieben bis neun Jahren bleibt die Zuckerzufuhr bei über 100 Prozent ihres tageweisen Bedarfs.
Verborgener Zucker und zweifelhafte Gesundheitsclaims
Diese drohende Zuckerflut bleibt nicht die einzige Kritik an den getesteten Produkten. Auch zusätzlich ausgelobte Nährwertmerkmale, die aus einer ernährungswissenschaftlichen Perspektive oft unnötig sind, stehen zur Debatte. Ein Beispiel liefert der Ehrmann Robby Monsterbacke Fruchtquark mit Versprechungen wie „reicher Calciumzusatz“. Ebenso trügerisch ist der grüne Hinweis „82 % Milch“ auf Nestlé Smarties & Joghurt, einem Produkt, das hauptsächlich aus gesüßtem, durchdekliniertem Joghurt mit Schokopastillen besteht.
Genau nachlesen können Sie alle Testergebnisse hier.