26. März 2026 – Radio Brocken

Ökotest

Auf Korn genommen: Ökotest testet Vollkornmehl

Im Test überzeugen viele Vollkornmehle mit guter Qualität - doch bei einigen Produkten trüben Schadstoffe das Backvergnügen.

Vollkornmehl

Vollkornmehl hat längst sein Image als schweres Öko-Extra abgeschüttelt. Im Test zeigt sich: Die meisten Produkte backen nicht nur gute Brote, sondern liefern auch gute Ergebnisse. Ganz ohne Krümel im Getriebe läuft es aber nicht.

Viel Licht im Mehlsack

Die gute Nachricht zuerst: Von 50 getesteten Vollkornmehlen schneiden 39 mit „sehr gut“ oder „gut“ ab. Das ist erfreulich, denn Vollkorn gilt als die nährstoffreichere Alternative zu hellem Mehl - mit mehr Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Außerdem muss gutes Vollkorn nicht teuer sein: Das günstigste Kilo kostet gerade einmal 85 Cent.

Die besten zwei: günstig und sauber

Am besten abgeschnitten haben unter anderem K-Bio Weizenmehl Vollkorn von Kaufland und Bio Weizenmehl Vollkorn von Aldi Nord/Aldi Süd. Beide erhielten die Note „sehr gut“. Der Grund: Im Labor fielen sie weder durch problematische Pestizidrückstände noch durch kritische Mineralölbelastungen auf; auch bei den übrigen Inhaltsstoffen gab es nichts Wesentliches zu beanstanden. Besonders charmant: Beide gehören mit 85 Cent pro Kilo auch noch zu den günstigsten Produkten im Test. Viel Vollkorn fürs kleine Geld - so mag man das.

Wo es staubt: Schwermetalle und Mineralöl

Die größten Problemzonen im Test heißen Schwermetalle und Mineralölbestandteile. Gerade Vollkorn ist anfälliger, weil die Randschichten des Korns mit vermahlen werden - und dort lagern sich unerwünschte Stoffe nun einmal bevorzugt an. Immerhin: Roggenvollkornmehle blieben in Sachen Schwermetalle unauffällig.

Das Schlusslicht

Am schlechtesten schnitt Bio Sonne Bio-Mehl Dinkel Vollkorn von Norma mit „ungenügend“ ab. Ausschlaggebend waren erhöhte Gehalte an Cadmium und Nickel sowie eine kritische Belastung mit Mineralölbestandteilen. Damit war das Produkt gleich mehrfach negativ auffällig. Ebenfalls schwach: das Aurora Weizenmehl Vollkorn mit „mangelhaft“, vor allem wegen MOAH und mehrerer Pestizidspuren.

Fazit: Vollkorn ja, aber mit Blick aufs Etikett

Unterm Strich ist Vollkornmehl eine gute Wahl - gesundheitlich und geschmacklich. Der Test zeigt aber auch: Nicht jedes Korn ist Gold. Wer zugreift, findet viele empfehlenswerte Produkte - und kann dann guten Gewissens losbacken.

Genau nachlesen können Sie alle Testergebnisse hier

undefined
Radio Brocken
Audiothek