22. Juni 2026 – Radio Brocken
Ein Tag in der Sonne fühlt sich nach Sommer, Freiheit und Leichtigkeit an - für die Haut bedeutet er allerdings oft Stress. Genau hier kommen After-Sun-Produkte ins Spiel. Die Drogerie- und Supermarktregale sind voll davon, wer die Wahl hat, hat also auch die Qual. Ökotest hat eine Reihe von Produkten unter die Lupe genommen- und bietet eine gute Entscheidungshilfe.
Feuchtigkeit statt falscher Versprechen
After-Sun-Produkte sollen beruhigen, kühlen und vor allem verlorene Feuchtigkeit zurückgeben. Denn Sonne, Salz- oder Chlorwasser und warme Luft trocknen die Haut spürbar aus. Entscheidend ist dabei, die Erwartungen realistisch zu halten: After Sun ist keine Reparaturkur für Sonnenschäden und ersetzt erst recht keinen Sonnenschutz. Wer seine Haut schützen will, braucht weiterhin Sonnencreme, Kleidung und möglichst auch Schatten zur richtigen Zeit. Als Pflege danach kann eine gute After-Sun-Lotion aber durchaus sinnvoll sein - oder alternativ auch eine normale Feuchtigkeitslotion.
Viel Qualität, große Preisunterschiede
Im Test hat Ökotest rausgefunden, dass gute Pflege nicht teuer sein muss. Im Test schneiden mehr als drei Viertel der untersuchten After-Sun-Lotionen mit „gut“ oder „sehr gut“ ab. Besonders bemerkenswert: Die günstigste sehr gut bewertete Lotion kostet nur 1,24 Euro pro 200 Milliliter, während auch ein deutlich teureres Produkt dieselbe Bestnote erhält. Als Testsieger lässt sich damit exemplarisch die Nivea Sun Pflegende After Sun nennen, die im aktuellen Vergleich mit „sehr gut“ auf der Sonnenseite der Tabelle steht. Das zeigt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher nicht automatisch tief in die Tasche greifen müssen, um ihrer Haut nach einem Sonnentag etwas Gutes zu tun. Typisch für After-Sun-Rezepturen sind leichte, frische Texturen mit feuchtigkeitsbindenden Inhaltsstoffen wie Glycerin oder Hyaluronsäure sowie beruhigenden Komponenten wie Aloe vera, Panthenol, Bisabolol oder Allantoin. Sie sorgen dafür, dass sich die Haut entspannt anfühlt - ganz ohne schweres Pflegegefühl.
Kritische Inhaltsstoffe trüben das Sommergefühl
Nicht jede Lotion ist jedoch eine gute Wahl. Als klarer Testverlierer fällt die Garnier Ambre Solaire After Sun Feuchtigkeits-Milch mit dem Urteil „ungenügend“ negativ auf. Im Test wurden hier unter anderem aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) beanstandet, außerdem problematische Rezepturbestandteile wie PEG/PEG-Derivate und synthetische Polymere. Ebenfalls schlecht schneidet die Hawaiian Tropic Hydrating After Sun Lotion mit „mangelhaft“ ab. Das macht deutlich: Ein frischer Duft und ein schönes Hautgefühl sagen noch nichts über die Qualität eines Produkts aus. Wer After Sun kauft, sollte daher nicht nur auf Werbeversprechen achten, sondern auch auf die Inhaltsstoffe. Unterm Strich bleibt After Sun eine schöne Ergänzung der Sommerpflege - die wichtigste Beauty-Regel der Saison bleibt aber ganz klar: UV-Schutz zuerst, Pflege danach.