29. Januar 2026 – Radio Brocken

Ökotest

Ökotest untersucht Salz: Das steckt wirklich im Salzstreuer – und darauf sollten Sie achten

Von Jod bis Arsen: So wählen Sie Salz, das schmeckt und unbedenklich ist

Salz

Mehr als Würze: Was in Ihrem Salzstreuer wirklich steckt - und worauf Sie achten sollten

Salz ist aus der Küche nicht wegzudenken: Es verfeinert unsere Lieblingsgerichte und ist beim Nachwürzen schnell zur Hand. Doch wie viel ist eigentlich zu viel? Und gibt’s bei Salz eigentlich auch Qualitätsunterschiede?

Ökotest hat sich das mal genauer angeschaut.

Speisesalz: Gratwanderung zwischen Geschmack und Gesundheit

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät Erwachsenen, pro Tag nicht mehr als sechs Gramm Salz zu sich zu nehmen - das entspricht ungefähr einem Teelöffel. Kinder und Jugendliche sollten sogar noch weniger konsumieren. In der Realität jedoch landen durch Fertigprodukte, Snacks und das bekannte „Nachsalzen“ oft deutlich größere Mengen auf unseren Tellern. Geschmack ist dabei, so zeigen Experten, reine Gewohnheit - auch mit anderen Gewürzen und frischen Kräutern lassen sich tolle Geschmackswelten zaubern. Für den maßvollen Genuss gibt es gute Nachrichten: Im aktuellen Test bekamen fünf Salzmarken die Bestnote „sehr gut“. Ein kritischer Blick lohnt sich aber trotzdem, denn nicht jede Packung Salz hält, was sie verspricht.

Schädliche Stoffe: Beim Salz-Kauf genau hinschauen

Neben der Körnung und Herkunft spielt bei Salz auch die Chemie eine Rolle. Kritisch bewertet wurde im Test die sogenannte „Rieselhilfe“ E 535 (Natriumferrocyanid), die das Verklumpen verhindert, aber umstritten ist. Zwar sind die eingesetzten Mengen für den menschlichen Verzehr als unbedenklich eingestuft, doch Tierversuche zeigen bei größeren Mengen negative Auswirkungen auf die Nieren. Für Bio-Salze ist E 535 übrigens tabu - und clevere Haushalts-Tipps wie ein paar Reiskörner im Salzstreuer schaffen das gleiche Ziel ganz ohne Zusatzstoffe. Doch nicht nur künstliche Hilfen stehen in der Kritik: In einem Bio-Meersalz mit Algen wies das Labor bedenkliche Arsen-Werte nach. Arsen, meist als natürlicher Bestandteil von Algen, kann bei langfristiger Aufnahme gesundheitsschädlich sein. Wer also auf Nummer sicher gehen will, liest besser ganz genau das Kleingedruckte.

Jod, Fluorid und Preis: Was unterscheidet die Salzsorten?

Nicht jedes Salz ist gleich: Im Test gab es neben klassischem Siede- oder Meersalz auch Varianten mit Fluorid (gut gegen Karies) und/oder zugesetztem Jod. Jodiertes Speisesalz empfiehlt die DGE ausdrücklich, weil unsere heimischen Böden und damit viele Lebensmittel zu wenig Jod enthalten - wichtig fürs Schilddrüsenhormon, besonders in Deutschland. Fluorid wiederum darf im Haushaltssalz verwendet werden, in der Lebensmittelproduktion allerdings nicht. Preislich liegen zwischen den getesteten Produkten Welten: Vom Discounter-Salz für 29 Cent bis zum Gourmet-Meersalz für knapp 20 Euro - beim Blick aufs Testergebnis zeigt sich aber, dass Gutes nicht teuer sein muss. Fünf Produkte sind frei von umstrittenen Stoffen und mit Bestnote bewertet. So lässt sich mit einer Prise Aufmerksamkeit beim Einkauf die gesunde Würze ins Leben holen - und das ganz ohne faden Beigeschmack!

undefined
Radio Brocken
Audiothek