27. August 2026 – Radio Brocken
Ökotest hat Badreiniger getestet. Halten sie, was sie versprechen? Das sind die Ergebnisse.
Badreiniger treten mit dem Versprechen an, Kalk, Seifenreste und matte Ablagerungen nahezu mühelos zu beseitigen und locken uns auf Werbefotos und -Filmen mit glänzenden Oberflächen, bei denen jeder Spiegel blass wird. Im Test zeigt sich jedoch ein gemischtes Bild: Kein Produkt erreicht die Bestnote, zwölf schneiden insgesamt mit „gut“ ab, zehn mit „befriedigend“.
Sauberkeit mit Abstrichen
Zwei Reiniger landen bei „mangelhaft“, ein Produkt fällt sogar mit „ungenügend“ durch. Auffällig ist dabei, dass die Schwächen weniger bei problematischen Inhaltsstoffen liegen als bei der praktischen Reinigungsleistung.
Inhaltsstoffe meist unauffällig, aber nicht immer konsequent deklariert
Bei den Rezepturen gibt es vergleichsweise wenig Anlass zur Kritik. Ohne abwertungsrelevante Befunde blieben unter anderem die Untersuchungen auf allergene Duftstoffe, Diethylphthalat, Moschusverbindungen, Isothiazolinone sowie Formaldehyd und -abspalter. Kritisiert wurde allerdings bei mehreren Produkten ein erhöhter Gehalt an Ameisensäure, die als ätzend gilt, die Atemwege reizen kann und beim Einatmen als giftig eingestuft ist. Zwei Reiniger fielen zudem durch lösliche Kunststoffverbindungen in der Rezeptur auf. Hinzu kommt ein Transparenzproblem: Nicht alle Hersteller nennen die enthaltenen Säuren vollständig auf der Verpackung.
Im Praxistest trennt sich die Spreu vom Schaum
Entscheidend war die Frage, wie gut die Mittel Kalk und Kalkseife tatsächlich entfernen. Hier zeigte sich, dass viele Reiniger deutlich länger brauchen als ihre Verpackungen nahelegen. Während ein Spitzenprodukt bereits nach fünf Minuten mehr als 90 Prozent des Testschmutzes entfernte, erreichten viele andere dieses Niveau erst nach 12, 5, 15 oder sogar 20 Minuten. Besonders schwach schnitt ein Produkt ab, das selbst nach 30 Minuten nicht einmal ein Fünftel des Schmutzes löste. Auch beim Kalklösevermögen auf senkrechten Flächen blieben mehrere Mittel hinter den Erwartungen zurück.
Drei starke Produkte, drei klare Enttäuschungen
Zu den stärksten Produkten im Feld gehören der Gut & Günstig Bad Reiniger, der Power Force Bad Power-Reiniger Zitrone und der W5 Bad-Reiniger Kraft & Glanz Ozeanfrische, die jeweils mit „gut“ abschneiden und in der Praxisprüfung zu den überzeugenderen Mitteln zählen. Ebenfalls stark fiel der Meister Proper Badreiniger Febreze Frische auf, der bei der Reinigungsleistung besonders schnell wirkte. Am anderen Ende der Tabelle stehen der Biff Bad Total Zitrus Frische und der Domol Eco Bad-Reiniger mit dem Gesamturteil „mangelhaft“ sowie Sodasan Dusche & Bad, das mit „ungenügend“ das Schlusslicht bildet. Gerade diese Produkte zeigen, dass ein unauffälliger Blick auf Inhaltsstoffe allein noch keinen überzeugenden Badreiniger ausmacht.
Gute Auswahl möglich, aber genaues Hinsehen lohnt sich
Wer Badreiniger kauft, muss also nicht automatisch problematische Inhaltsstoffe fürchten, wohl aber Qualitätsunterschiede in der Anwendung einkalkulieren. Verbraucherrelevant sind neben der Reinigungsleistung auch Fragen der Kennzeichnung, der Nachweis von Werbeversprechen und der Rezyklatanteil der Verpackung. Unterm Strich zeigt der Test: Solide Produkte gibt es durchaus, doch zwischen brauchbar und enttäuschend liegen im Verkaufsregal mitunter nur wenige Zentimeter.
Den ganzen Test gibt’s hier.