23. Juni 2026 – Radio Brocken

Auto

Tankrabatt endet am 30. Juni – Spritpreise steigen ab 1. Juli

Ab 1. Juli gilt wieder die volle Energiesteuer auf Kraftstoff. Autofahrer müssen mit einem Preisanstieg von 16,7 Cent pro Liter rechnen. ADAC empfiehlt Tanken bis 29. Juni.

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Eine Person hält einen Zapfhahn in die Tanköffnung seines Fahrzeugs um an einer Tankstelle Diesel zu tanken., Foto: Christophe Gateau/dpa

Der zweimonatige Tankrabatt läuft zum Monatsende aus. Ab dem 1. Juli gilt wieder die volle Energiesteuer – Autofahrer müssen mit einem Preisanstieg von 16,7 Cent pro Liter rechnen. Wer sparen will, sollte spätestens am 29. Juni tanken.

Preisanstieg um 16,7 Cent pro Liter erwartet

Für Kraftstoff, der ab dem 1. Juli das Tanklager oder die Raffinerie verlässt, gilt wieder die alte, höhere Steuer. Inklusive Mehrwertsteuer beträgt die Differenz 16,7 Cent pro Liter. Christian Laberer, Kraftstoffmarktexperte des ADAC, rechnet damit, dass die Preise in etwa um diese Summe steigen werden.

Die Besonderheit: Nach der geltenden 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur mittags um 12.00 Uhr anheben, nicht um Mitternacht. Eine Ausnahme für das Ende des Tankrabatts ist laut Wirtschaftsministerium nicht vorgesehen. Der große Preissprung wird daher voraussichtlich am 1. Juli mittags erfolgen – einzelne Tankstellen könnten bereits am 30. Juni nachmittags die Preise weniger stark senken.

Empfehlung: Tanken bis spätestens 29. Juni

Laberer rät Autofahrern, auf jeden Fall noch im Juni zu tanken – am besten am späten Vormittag, kurz vor dem täglichen Preissprung um 12.00 Uhr. Um Schlangen an den Tankstellen zu vermeiden, sollte man mit dem 29. Juni auf der sicheren Seite sein. Ob die Spritpreise nach dem Rabatt-Ende wieder über 2 Euro pro Liter steigen, hängt von der Ölpreisentwicklung ab – bei Diesel und E10 dürften die Preise laut ADAC darunter bleiben, bei E5-Superbenzin wird es knapp.

Kosten und Weitergabe des Rabatts umstritten

Der Tankrabatt kostet den Bund rund 1,6 Milliarden Euro. Ob die Steuerentlastung vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde, ist umstritten. Die Monopolkommission schätzt, dass konservativ gerechnet etwa 100 bis 200 Millionen Euro nicht bei den Kunden ankamen – bei Diesel war die Weitergabe schlechter als bei Benzin. Der Branchenverband en2x versichert dagegen, dass der Rabatt vollständig weitergegeben wurde.

Einem typischen Dieselfahrer mit 17.000 Kilometern pro Jahr brachte der Rabatt bei kompletter Weitergabe rund 33 Euro, einem Benziner mit 9.500 Kilometern etwa 21 Euro.

Keine neuen Entlastungen geplant – Koalition beobachtet Preisentwicklung

Neue Entlastungsmaßnahmen im Anschluss an den Tankrabatt sind zunächst nicht geplant. Die von der Koalition eingesetzte Taskforce begründet das Auslaufen auch mit den Kosten. CDU-Politiker Sepp Müller sagt: "Der Steuereuro kann nur einmal ausgegeben werden. Deshalb investieren wir ihn lieber in eine Einkommensteuerreform, die dauerhaft entlastet." Die Reform soll zum 1. Januar 2027 wirken, Details sind allerdings offen.

Laut einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur befürworten 49 Prozent der Befragten auf jeden Fall neue Entlastungsmaßnahmen, weitere 21 Prozent sagen "eher ja" dazu. Die Taskforce will die Preisentwicklung nach dem Auslaufen genau beobachten. Müller betont, dass die Politik schnell reagieren könne, sollte sich die Lage dramatisch ändern.

SPD-Fraktionsvize Armand Zorn fordert einen staatlichen Spritpreisdeckel nach Luxemburger Vorbild, um die Gewinnmargen der Mineralölwirtschaft zu begrenzen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte dieser Forderung eine Absage erteilt.


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