10. August 2026 – Radio Brocken

Ernährung

Mindesthaltbarkeitsdatum: Welche Mythen stimmen und welche nicht?

Ist Joghurt nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums automatisch schlecht? Welche Mythen stimmen und welche nicht?

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Ist Joghurt nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums automatisch schlecht? Die Verbraucherzentrale NRW räumt mit gängigen Irrtümern rund um Haltbarkeitsangaben auf. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist demnach kein Verfallsdatum, sondern eine technische Garantie des Herstellers.

Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich?

Bis zu diesem Datum garantieren Hersteller, dass ein ungeöffnetes Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine Eigenschaften wie Geruch, Geschmack und Nährwert behält. Wie lange ein Produkt darüber hinaus noch genießbar ist, begrenzt das Datum nicht.

„Nach Ablauf kann man mit den eigenen Sinnen sehen, riechen, schmecken und damit prüfen, ob ein Lebensmittel noch essbar ist“, erklärt June Dilger, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale. Schimmel, unangenehmer Geruch oder ungewöhnlich säuerlicher Geschmack sind Warnsignale.

Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum sind nicht dasselbe

Beide Begriffe werden oft verwechselt, bedeuten laut Verbraucherzentrale aber Unterschiedliches. Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdatum können oft auch nach Ablauf noch bedenkenlos verzehrt werden.

Ein Verbrauchsdatum dagegen gilt für schnell verderbliche Lebensmittel wie frischen Fisch, Fleisch oder geschnittenen Salat. Nach dessen Ablauf kann laut Dilger eine Gesundheitsgefahr durch Keime entstehen. Begriffe wie „Ablaufdatum“ oder „Verfallsdatum“ sind keine offiziellen Bezeichnungen.

Gilt das Datum auch nach dem Öffnen der Verpackung?

Nein. Die Mindesthaltbarkeit gilt laut Verbraucherzentrale nur für ungeöffnete Lebensmittel. Nach dem Öffnen können Luft, Feuchtigkeit und Keime den Verderb beschleunigen.

Dilger rät, Lebensmittel mit sauberem Besteck zu entnehmen und sie möglichst am Stück statt zerkleinert zu lagern. Geriebener Käse verdirbt demnach schneller als Käse in Scheiben oder am Stück.

Nicht jedes Lebensmittel braucht ein Mindesthaltbarkeitsdatum

Obst, Gemüse oder Brot vom Bäcker sind von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Der Grund: Sie werden meist schnell verbraucht, und ihre Frische ist leicht erkennbar.

Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum dürfen laut Verbraucherzentrale weiterverkauft werden, wenn darauf hingewiesen wird. Die Sorgfaltspflicht liegt dann beim Händler, nicht mehr beim Hersteller. Ein Weiterverkauf nach abgelaufenem Verbrauchsdatum ist dagegen verboten, da hier eine Gesundheitsgefahr bestehen kann.


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