06. September 2026 – dpa Nachrichten

Fußball-Bundesliga

«Denkzettel» an der Weser für ideenlose Leipziger

Der erste Rückschlag für Demichelis kam schneller als erwartet. In Bremen ist RB weit weg von der Königsklassen-Reife. Raum sprach vom «dreckigen Männer-Fußball». Sein Team hatte keine Lösungen.

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Leipzig-Coach Martin Demichelis fordert nach dem schwachen Auftritt seiner Mannschaft in Bremen eine Reaktion.

Von der Königsklassen-Reife war RB Leipzig in Bremen meilenweit entfernt. So sprach Sport-Vorstand Marcel Schäfer nach dem 1:3-Debakel bei Werder von einem «richtigen Denkzettel - vielleicht auch zur richtigen Zeit.» Denn schon am Donnerstag (21.00 Uhr) steht bei Como 1907 das Champions-League-Debüt für Neu-Trainer Martín Demichelis an.

Eine Aufarbeitung der schwachen Vorstellung ist dringend notwendig. «Mit unseren eigenen Ansprüchen können wir diese Leistung nicht einfach abhaken. Wir müssen die richtigen Schlüsse daraus ziehen und eine Reaktion zeigen», sagte Schäfer.

Auch die verletzungsbedingten Wechsel seien keine Ausrede. «Wir hatten genügend Spieler auf dem Platz, die auf Club- und Nationalmannschaftsebene bereits gezeigt haben, was sie können», meinte der Sportchef und sprach das Hauptproblem deutlich an: «Gegen einen sehr tief stehenden Gegner haben wir zu wenige Lösungen gefunden.»

Bremen machte es einfach und gut. Mit nur einem Pass in die Tiefe wurden der alte und der neue Abwehrchef - Willi Orban und Maxime Estéve - zu einfach ausgehebelt. Königsklassen-Tauglichkeit sieht anders aus. So lag Leipzig nach vier Minuten dank Werders Rückkehrer Eren Dinkçi schon hinten. Und beim Thema Rückkehrer der Torjäger hatte Bremen auch die besseren Karten. Niclas Füllkrug - in der Spielzeit 2022/2023 zusammen mit Christopher Nkunku Torschützenkönig - erhöhte in der 68. Minute vor 39.713 Zuschauern auf 2:0, ehe die zuvor leicht kriselnden Norddeutschen dank Marco Grüll (80.) zum 3:0 trafen. RB konnte mit Ridle Baku (90.+6) in der Nachspielzeit nur noch verkürzen.

«Heute haben wir gegen richtig dreckigen Männer-Fußball verloren, Glückwunsch an Bremen, da müssen wir richtig viel draus lernen», sagte Kapitän David Raum und betonte: «Uns haben der nötige Drang, die Ideen und das richtige Tempo gefehlt.»

Cheftrainer Demichelis sah zwar viel Ballbesitz, aber bei 71 Prozent Ballbesitz keine Lösungen. «Wir haben es nicht geschafft, über das System von Werder hinwegzukommen, zu wenig über die Flügel und in die Tiefe gespielt und den Ball nicht schnell genug von einer Seite auf die andere verlagert.» Sein Lieblingsthema heißt Intensität. Doch die Norddeutschen sind im Verbund acht Kilometer mehr gelaufen als die Sachsen.

«Wir müssen aus diesem Spiel lernen und die Fehler so schnell wie möglich korrigieren. Niederlagen gehören zum Fußball dazu. Jetzt haben wir schon am Donnerstag die Möglichkeit, eine richtige Reaktion zu zeigen», sagte Demichelis. Denn Como steht wie kaum ein anderes Team für Tempo, Pressing und Intensität. Cheftrainer Cesc Fàbregas wird davon beim Königsklassen-Debüt seiner Elf nicht abweichen.

Ob die in Bremen ausgefallenen Castello Lukeba (Muskelprobleme) und Brajan Gruda (Sprunggelenk) in Como auflaufen können, ließ Demichelis offen. «Schauen wir mal», sagte der ehemalige Bayern-Profi. «Ich kann nicht garantieren, dass sie am Donnerstag dabei sein werden.» Rocco Reitz fällt mit seiner Muskelverletzung definitiv aus.

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