02. Dezember 2021 – Radio Brocken

Wolf breitet sich weiter aus: Weniger Nutztiere gerissen

Der Wolf breitet sich in Sachsen-Anhalt weiter aus. Die Zahl der registrierten Tiere sei binnen eines Wolfsjahres um 11 auf 150 angestiegen, teilte das Umweltministerium am Donnerstag in Magdeburg mit.

Ein Wolf ist zu sehen.
Ein Wolf ist zu sehen., Foto: Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Der Wolf breitet sich in Sachsen-Anhalt weiter aus. Die Zahl der registrierten Tiere sei binnen eines Wolfsjahres um 11 auf 150 angestiegen, teilte das Umweltministerium am Donnerstag in Magdeburg mit. Das Landesamt für Umweltschutz habe in seinem Wolfsmonitoringbericht für den Zeitraum Mai 2020 bis April 2021 insgesamt 22 Rudel und 3 Wolfspaare erfasst. Demnach gibt es zwei neue Rudel in Zerbst (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) und im Gebiet Mechau-Riebau (Altmarkkreis Salzwedel). Zudem erstreckten sich die Territorien sechs weiterer Rudel der Nachbarbundesländer Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen teilweise auf Sachsen-Anhalt.

Im Monitoringjahr 2019/20 waren 19 Rudel und vier Wolfspaare im Land sowie vier grenzübergreifende Rudel erfasst worden. Im Bericht heißt es nun, es werde eine «Auffüllung» der Zwischenräume zwischen den seit langem bekannten Wolfsterritorien sichtbar.

Parallel zur gewachsenen Population ist dem Bericht zufolge die Zahl der Wolfsübergriffe auf Nutztiere zurückgegangen. Im Wolfsjahr vom 1. Mai 2020 bis zum 30. April 2021 seien 233 Nutztiere durch Wölfe getötet worden. Das seien 152 weniger gewesen als im vorhergehenden Berichtszeitraum. Die Zahl gemeldeter Übergriffe sei von 95 auf 62 zurückgegangen.

«Die rückläufigen Zahlen von Wolfsübergriffen und getöteten Tieren belegen, dass Herden zuverlässig vor Wölfen geschützt werden können, wenn Schutzvorkehrungen fachgerecht angewendet werden», erklärte Umweltminister Armin Willingmann (SPD). «Die Herdenschutzförderung des Landes zahlt sich hier eindeutig aus.»

Der Wolfsmonitoringbericht enthält mehr als 4600 Artnach- und -hinweise, die auch von der Bevölkerung beigetragen wurden. Die Präsidentin des Landesamts für Umweltschutz, Sandra Hagel, bat weiterhin um Meldungen von Sichtungen, Rissvorfällen und sonstigen Hinweisen auf die Tiere.

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