13. Oktober 2021 – Radio Brocken

Sachsen-Anhalt

Themenwoche Globalisierung: Museen mit Mitmach-Angeboten

Aktiv können sich Besucher in der kommenden Woche bei Veranstaltungen von Museen in Sachsen-Anhalt einbringen. Die Spanne reicht dabei vom Kochtopf bis zum Blick auf die Kolonialzeit.

Bernburg (dpa/sa) - Gemeinsam kochen und essen im Altmärkischen Museum Stendal, die Gestaltung von eigenen Logos in der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg - nur zwei Möglichkeiten zu aktiver Teilnahme, zu der sieben Museen in der kommenden Woche einladen. Ab Montag geht es in einer Themenwoche um Aspekte der Globalisierung, wie der Museumsverband Sachsen-Anhalt am Mittwoch mitteilte. Schwerpunkte sind der Kolonialismus und das koloniale Erbe.

Beim gemeinsamen Kochen und Essen im Altmärkisches Museum Stendal können Besucher die Ernährung der Menschen speziell aus dem westafrikanischen Ghana erkunden. Im Museum Kloster Michaelstein in Blankenburg/Harz spielt die Herkunft von Kräutern aus Afrika, Asien und Lateinamerika eine Rolle. Die Ausstellung zum 900-jährigen Bestehen der Prämonstratenser im Kulturhistorischen Museum Magdeburg bietet den Angaben zufolge die Möglichkeit, die Missionstätigkeit des Ordens beispielsweise in Belgisch-Kongo zu reflektieren.

Wie mündliche Überlieferungen in Afrika mit Hilfe von grafischen Symbolen verstärkt wurden, kann in der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg durch Vergleiche mit der von Logos geprägten modernen Welt nachvollzogen werden. Dabei können Besucher in einer Museumswerkstatt auch eigene Entwürfe anfertigen. Ein Reisekoffer, mit dem Hermann Wertz nach Westafrika fuhr, führt in seine Sammlung im Spengler-Museum Sangerhausen ein. Die Ausstellung und die sie begleitenden Informationstafeln müssen überarbeitet werden, wobei sich das Publikum einbringen kann.

«Ein brasilianischer Theaterpädagoge begleitet Teilnehmende durch die Sammlungen des Museums Schloss Neu-Augustusburg Weißenfels und zeigt auf, wie unsere Persönlichkeit unsere Sicht auf die Welt bestimmt», heißt es in der Mitteilung des Museumsverbands. Reste eines Denkmals für in Kolonien gefallene deutsche Soldaten im Kreismuseum Bitterfeld werfen Fragen nach Lücken beim Erinnern an die Kolonialzeit auf. Ein Hinweis etwa auf die Umstände und Opfer des Kolonialismus fehlt bisher. Wie er gestaltet werden kann, soll mit den Besuchern diskutiert werden.

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