31. Mai 2021 – dpa Nachrichten
Die Zahl der Corona-Ansteckungen sinkt und immer mehr Beschränkungen werden gelockert - davon profitieren auch Sachsen-Anhalts Campingplätze. Je nach landschaftlicher Lage schätzen die Betreiber aber ihre Lage recht unterschiedlich ein.
Halle (dpa/sa) - Zurückgehende Infektionszahlen und Lockerungen bei touristischen Angeboten machen Urlaub auf Campingplätzen wieder attraktiv. Rückblickend stellt der Präsident des Verbandes der Camping- und Freizeitwirtschaft Sachsen-Anhalt, Peter Ahrens, jedoch nüchtern fest: «Die Nachfrage ist verhaltener als im letzten Jahr - damals gab es einen richtigen Run.»
Sein aktuelles Fazit: «Es ist sehr differenziert.» So erlebten touristisch interessante Gebiete wie der Harz eher eine hohe Nachfrage im Vergleich zu weniger verlockenden Landstrichen, sagt Ahrens. Vielleicht liege das aber auch am derzeitigen Wetter und die Nachfrage wachse noch vor den Sommerferien.
Jede Region in Sachsen-Anhalt habe ihre speziellen Eigenheiten, erklärt der Verbandschef - von der Weinregion im Süden über den Elberadweg bis zur Altmark, die ebenfalls viele Radwege biete. «Angebot und Nachfrage regeln den Preis, aber im Allgemeinen werden die Preise nicht erhöht», sagt Ahrens. «Sachsen-Anhalt ist überhaupt das preiswerteste Campingland in Deutschland. Übernachtungen kosten für zwei Personen mit Wohnwagen und Pkw zwischen 10 bis 28 Euro.»
«Wir öffnen am 1. Juni und in der nächsten Zeit ist der Platz bis auf die Hälfte erst mal gebucht», berichtet der Betreiber des Campingplatzes am See Halberstadt, Sebastian Otto. «Im Sommer sind die 150 Plätze ausgebucht. «Derzeit kommen 10 bis 20 Anfragen per Mail am Tag, es könnten aber bald - wie im letzten Jahr - 90 Mails am Tag werden.»
«Wir erwarten einen Ansturm von Anfragen. Für den Sommer haben manche ja schon im Januar oder Februar gebucht. Das ist ein Natur-Campingplatz und der kommt bei den Leuten sehr gut an. Da stehen die Camper nicht in Reih und Glied», sagt Christa Buchali vom Natur-Campingplatz Möhlauer See (Landkreis Wittenberg). «Pfingsten wären wir komplett ausgebucht gewesen, aber wir durften ja nicht öffnen.» Außer den 60 Dauercamping-Plätzen gebe es noch 90 Plätze für Besucher.
«Die Nachfrage ist auf jeden Fall da. Es reisen jetzt am Wochenende auch Etliche an, aber es gibt auch viele Reservierungen für einen späteren Zeitraum», sagt Jana Schreiber. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie den Campingplatz an der Rudelsburg (Burgenlandkreis). Momentan liege die Belegung bei 20 Prozent, am Wochenende seien es 40 Prozent. Die 120 Plätze nutzten Campingfreunde aus ganz Deutschland.
«Von einem Ansturm kann man nicht reden. Es ist gut gebucht und wir sind mit den Vorbestellungen zufrieden - die Leute wollen ja raus», erzählt der Geschäftsführer der Harz-Camp Bremer Teich GmbH, Steffen Krause. «Die Preise werden nicht erhöht.»
Auch in diesem Jahr ist Camping in der Baggerstadt Ferropolis bei Gräfenhainichen (Landkreis Wittenberg) möglich. «Wir haben für die 120 Plätze schon 40 Vorbestellungen», sagt Sprecherin Janine Scharf. Die Saison laufe bis Ende Oktober, könne aber bei schönem Wetter auch in den November verlängert werden. Weil sich das Campen in Ferropolis so gut entwickelt habe, solle es als wirtschaftliches Standbein beibehalten werden. Bei Bedarf könne die Zahl der Plätze erweitert werden.