Sachsen-Anhalt-Reporter

Reifenwechsel: So geht’s richtig

Das blaue Reportermobil wurde winterfest gemacht. Jetzt sind Sie dran! Für diese Hinweise werden Sie dankbar sein!

Unser Sachsen-Anhalt Reporter Dennis Schubert macht sein blaues Reportermobil winterfest und muss dafür ganz schön mit anpacken…

Im Oktober heißt es wieder: Umziehen, bitte

Die Faustregel besagt, von Oktober bis Ostern sollen Winterreifen ans Auto. Die richtigen Reifen sind in den Wintermonaten besonders wichtig, weil die Straßen zu dieser Jahreszeit durch nasses Laub, Eis oder Schnee schnell mal zu einer Rutschpartie in den Graben enden kann. Winterreifen sind in den kälteren Monaten "griffiger" auf den Straßen, da sie aus einer anderen Gummimischung bestehen und zusätzlich durch das gröbere Profil leichter Schnee- und Wassermassen verdrängen können.


Das ist beim Reifenwechsel wichtig

Wer zu Hause selbst anpacken will, sollte sich einen vernünftigen Wagenheber zulegen, einen Drehmomentschlüssel bereithalten und auf einen festen Untergrund achten. Das Auswuchten ist übrigens gar nicht so oft nötig, wie manche Werkstätten es empfehlen: Erst wenn Sie beim Fahrverhalten einen Unterschied bemerken und das Lenkrad anfängt zu „flattern“ oder beim Fahren Vibrationen auftreten, ist das Auswuchten nötig.

Wenn Sie sich das Wechseln sparen wollen, sind Allwetterreifen eine Alternative, denn die können das ganze Jahr über verwendet werden. Für Stadtbewohner mit fleißigem Winterdienst sind diese Reifen geeignet, wer im ländlichen Bereich wohnt und von Schneefall überrascht werden könnte, sollte aber besser auf klassische Winterreifen zurückgreifen, um sicher durch die Straßen zu fahren.


Dann müssen Neue her: So erkennen Sie die richtige Profiltiefe

Irgendwann haben auch die besten Reifen ausgesorgt. Mit einem 1 Euro Stück testen Sie zu Hause bequem selbst, ob Sie weiterhin mit Ihren 4 Rädern unterwegs sein können: Wenn der 3mm breite goldene Rand des Euros komplett im Profil Ihres Winterreifens verschwindet, ist er noch in Ordnung.

Das richtige Profil (Andreas Krenz)
30.09.2020
Das richtige Profil (Andreas Krenz)
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Haltbarkeit & Lagerung (Andreas Krenz)
30.09.2020
Haltbarkeit & Lagerung (Andreas Krenz)
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Warum ist mein Reifenprofil ungleichmäßig abgefahren?

Das kann verschiedene Ursachen haben:

  • Außen mehr abgefahren als innen: Zu wenig Reifenluftdruck.
  • Innen mehr abgefahren als außen: Zu viel Reifenluftdruck.
  • Auf der einen Seite mehr abgefahren: Spureinstellung prüfen lassen!

Welche Rolle spielt das Alter der Reifen?

Auf fast jedem Reifen ist das Produktionsjahr zu sehen. Manchmal mit Produktionsmonat oder -Woche davor. Im Beispiel handelt sich um das Jahr 2013. Wenn Sie einen Reifen zu lange fahren, wird das Gummi porös und rissig. Damit verringert sich auch Haftung und dadurch die Fahrsicherheit! Im schlimmsten Fall enden Sie mit einer Reifenpanne. Nach 5 Jahren, sollte man die alten Reifen erneuern.

Welche Reifengröße habe ich?

Ihre Bereifung können Sie ganz einfach Ihren Papieren unter Punkt 15
entnehmen.

Im Beispiel auf der Zulassung stehen die Zahlen für Folgendes:

  • 185 mm Reifenbreite
  • 55 % Verhältnis Höhe zur Breite
  • R steht für Radial
  • 15 Zoll Felgengröße
  • 82 steht für den Tragfähigkeitsindex, im Beispiel bis zu 475 kg pro Reifen.
  • H Kennbuchstabe für die max. zulässige Geschwindigkeit
    M: bis 130 km/h
    N: bis 140 km/h
    P: bis 150 km/h
    Q: bis 160 km/h
    R: bis 170 km/h
    S: bis 180 km/h
    T: bis 190 km/h
    H: bis 210 km/h
    V: bis 240 km/h
    Z: mehr als 240 km/h
    W, Y: Supersportwagenreifen bis zu 270 - 300 km/h

Oder auf dem Reifen selbst Nachschauen:

Hier sind es 225 mm Reifenbreite bei 17 Zoll mit Tragfähigkeitsindex 97 (730 kg pro Reifen) und Höchstgeschwindigkeit 240 km/h.

Was muss ich beachten, wenn ich die Räder selber wechseln will?

Wenn Sie keine neuen Reifen brauchen, können Sie ihre Räder auch einfach selbst montieren. Sie brauchen dafür einen Wagenheber, der für ihr Auto stark genug ist, ein Drehkreuz und einen Drehmomentschlüssel.

  1. Handbremse anziehen
  2. Schrauben leicht lösen, denn wenn die Reifen in der Luft sind, werden Sie die Schrauben nicht mehr locker kriegen. (Anmerkung: Manche Autos haben an jedem Rad eine Sicherheitsschraube. Den passenden Adapter müssten Sie in Ihrem Kofferraum finden)
  3. Wagenheber an der richtigen Stelle ansetzen. Wenn sie an der Karosserie ansetzen, kann sie sich verziehen. Lesen Sie in Ihrer Fahrzeugbedienungsanleitung nach wo die richtigen Punkte sind.
  4. Wenn das Rad ca. 1 cm über dem Boden in der Luft hängt, Schrauben ganz lösen.
    Achtung: Das Rad wird Ihnen bei der letzten Schraube entgegen kommen!
  5. Rad wechseln:
    - Passen Sie auf die Bremsscheibe auf.
    - Auf Ihren Sommerreifen müsste mit Kreide stehen wo die Räder vorher waren. HL (Hinten links), VL (Vorne Links), HR (Hinten rechts), HL (Hinten Links), falls nicht haben viele Reifen den Vermerk "Outside" - Außenseite oder Rotationsrichtung mit einem Pfeil markiert.
    - Die linken Räder kommen wieder auf Links, Rechts wieder auf Rechts.
    - Allerdings müssen Sie die Achsen tauschen. Vorne auf Hinten, Hinten auf Vorne. Hintergrund: Die Antriebsachse verursacht mehr Verschleiß, ein Tauschen verteilt den Verschleiß auf alle 4 Reifen besser.
    - Hinweis: Manche Räder haben Distanzscheiben. Die sind lose zwischen Rad und Bremse auf der Achse.
  6. Schrauben handfest anziehen. Nicht "Reihum" sondern "über Kreuz".
  7. Wagen runterlassen
  8. Schrauben über Kreuz fest ziehen. Optimal wäre hier ein Drehmomentschlüssel. Der erforderliche Drehmoment steht in Ihrer Fahrzeuganleitung. Wenn der Schlüssel zweimal geknackt hat, hat die Schraube den richtigen Zug.
  9. Reifendruck prüfen. Geht bei fast allen Tankstellen. Der optimale Reifendruck steht meistens im Tankdeckel.

Weitere Tipps:

  • Vergessen Sie nicht auf die Winterreifen, die alte Position - üblicherweise mit Kreide - zu schreiben. (HL, VR etc.)
  • Nach 1000 Kilometern macht es Sinn den Drehmoment und Reifendruck nochmals zu prüfen!
  • Wenn Sie merken, dass bei höheren Geschwindigkeiten das Lenkrad wackelt, könnte es sein, dass Ihre Räder ausgewuchtet werden müssen. Fragen Sie Ihren Reifendienst.


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