05. August 2022 – dpa Nachrichten

Energiekrise

Wohnungswirtschaft: Gasumlage verschärft die Situation

Die Wohnungswirtschaft in Sachsen-Anhalt warnt vor einer weiteren Verschärfung der Situation für Mieterinnen und Mieter sowie für die Wohnungsunternehmen durch die geplante Gasumlage.

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Die Wohnungswirtschaft in Sachsen-Anhalt warnt vor einer weiteren Verschärfung der Situation für Mieterinnen und Mieter sowie für die Wohnungsunternehmen durch die geplante Gasumlage. Die Situation sei bedrohlich, sagte Jens Zillmann vom Verband der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt (VdW) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Rund 50 Prozent der Mieterinnen und Mieter der kommunalen Wohnungsunternehmen würden jetzt schon zurückmelden, dass sie die höheren Betriebskosten nicht zahlen können, sagte Zillmann. Viele kämen mit der Frage, ob ihnen dann gekündigt werde, was juristisch sogar möglich sei. «Wir werden es aber nicht tun», sagte der Verbandschef. Am Ende sei aber auch das Wohnen eine ökonomische Betrachtung.

Das Bundeskabinett hatte sich am Donnerstagabend auf eine Gasumlage geeinigt, die ab Herbst zu Preissteigerungen für Gaskunden führen wird. Die Bundesregierung will damit einen Zusammenbruch von Importeuren infolge stark gedrosselter russischer Gaslieferungen verhindern. Die Umlage soll ab Oktober greifen und Importeuren helfen, die Gas deutlich teurer einkaufen müssen, diese Mehrkosten derzeit aber nicht ihren Kunden in Rechnung stellen können. Die Höhe der Umlage wird derzeit noch berechnet.

Auf Basis der jetzigen Mehrausgaben für Haushaltsenergie hatte der Bundesverband der Wohnungswirtschaft (GdW) berechnet, dass ein durchschnittlicher Haushalt im Jahr 2022 schon ohne die geplante Umlage mit 3799 Euro Mehrkosten rechnen muss.

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