22. Oktober 2026 – dpa Nachrichten
Ein versunkenes Dorf kommt wieder zum Vorschein, weil der Wasserstand so niedrig ist. Aus nächster Nähe sollten sich Interessierte das aber nicht anschauen.
Kaum Wasser und auftauchende Ruinen prägen derzeit das Bild an der Okertalsperre im Harz. Was nach einem spannenden Tagesausflug klingt, kann gefährlich sein, warnen die Harzwasserwerke. Auch trockene Bereiche der Talsperre dürften auf keinen Fall betreten werden. Der Boden könne nachgeben, sodass man tief in ihn einsinkt.
An der Okertalsperre im Oberharz mache sich die Trockenheit wegen der Lage des Reservoirs besonders bemerkbar. Der Wasserspeicher habe einen Tiefstand erreicht, heißt es von den Harzwasserwerken.
Auch der ehemalige Ort Schulenberg sei wieder zu sehen. Üblicherweise sind die Reste des Ortes vom Talsperrensee überflutet. Damit der Wasserstand nicht noch weiter sinkt, wurde eine besonders geringe Wasserabgabe von einem Kubikmeter pro Sekunde an die Oker genehmigt.
Auch die übrigen Talsperren im niedersächsischen Harz haben wenig Wasser. Die Trinkwassertalsperren sind laut den Harzwasserwerken zu etwa 45 Prozent gefüllt. Üblich zu dieser Jahreszeit wären 67 Prozent. Seit dem Frühjahr 2025 gebe es regelmäßig zu wenig Niederschlag. Daran änderten auch die jüngsten Niederschläge nichts.
Die Trinkwasserversorgung für rund zwei Millionen Menschen in Niedersachsen und Bremen sei weiter gesichert. Dazu könne unter anderem Wasser zwischen einigen Talsperren umverteilt werden. Auch Grundwasservorkommen speisen an verschiedenen Stellen Trinkwasser in das Pipeline-Netz der Harzwasserwerke.