06. August 2026 – dpa Nachrichten
Die Linke-Spitzenkandidatin betont die Bedeutung von Menschen mit Migrationshintergrund und spricht sich gegen mehr Abschiebungen aus. Mit der CDU sieht sie dennoch einen gemeinsamen Nenner.
Die Linke-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Eva von Angern, will die positive Seite von Migration in den Fokus rücken. Es gehe darum, nicht darüber zu reden, welche Menschen kriminell werden, sondern darüber zu reden, wie wertvoll Menschen mit Migrationshintergrund im Land seien, sagte sie im Interview des MDR. Kitas müssten ihretwegen nicht geschlossen werden und die Gesundheitsversorgung stehe nicht vor dem Kollaps.
Von Angern sprach sich auch gegen mehr Abschiebungen aus. Das würde die Situation an keiner Stellen verbessern. «Das will ich ganz deutlich sagen, es ist eine Debatte, die leider in die falsche Richtung gelenkt worden ist», sagte die Linke-Politikerin.
Schutz der Demokratie als gemeinsamer Nenner mit CDU
Für eine Zusammenarbeit mit der CDU nach der Wahl zeigte sich von Angern trotz konträrer Positionen offen. «Wir haben einen gemeinsamen Nenner und das ist der Schutz der Demokratie, der Grund- und Freiheitsrechte und der Unabhängigkeit der Justiz in Sachsen-Anhalt», sagte sie. Von Sven Schulze erwarte sie, dass er seiner Verantwortung als Ministerpräsident im Sinne der Menschen in Sachsen-Anhalt gerecht werde. Im Zweifel müsse er auch mit der Linken reden. «Als Linke sind wir bereit, alles dafür zu tun, die AfD von den Hebeln der Macht fernzuhalten», fügte von Angern hinzu.
Rund einen Monat vor der Landtagswahl am 6. September lag die AfD laut der jüngsten Infratest-dimap-Umfrage für MDR, WDR, «Magdeburger Volksstimme» und «Mitteldeutsche Zeitung» mit 41 Prozent weiterhin deutlich vor der CDU (24 Prozent). Es folgen die Linke mit 13 Prozent und die SPD mit 7 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Schulze wäre demnach auf eine Tolerierung durch die Linke angewiesen - eine Koalition mit der Linken schließt er aus.