24. September 2026 – dpa Nachrichten
Fast 4.000 junge Leute pendeln täglich für ihre Ausbildung aus Sachsen-Anhalt in andere Bundesländer. Die Bundesagentur für Arbeit legt jetzt Details vor - und warnt.
Deutlich mehr junge Menschen aus Sachsen-Anhalt absolvieren eine Ausbildung in anderen Bundesländern als andersherum. Fast 4.000 Nachwuchskräfte pendelten täglich zu ihrem Ausbildungsplatz in andere Bundesländer, teilte die Regionaldirektion in Halle der Bundesagentur für Arbeit mit. Das seien rund 150 junge Menschen mehr als vor fünf Jahren. Von außerhalb nach Sachsen-Anhalt kämen nur etwa 2.180 Auszubildende und damit ebenfalls rund 150 mehr als vor fünf Jahren. «Dieser Negativsaldo verdeutlicht eine wachsende Herausforderung für die regionale Wirtschaft, denn mit jedem Lehrling, der auspendelt, droht die Region eine Fachkraft von morgen zu verlieren», hieß es.
Auffällig sei, dass deutlich mehr junge Männer in andere Bundesländer pendeln als junge Frauen, so die Regionaldirektion. «Grund dafür ist häufig die Konzentration industrieller und handwerklicher Ausbildungsstätten außerhalb der Region, die mehrheitlich von jungen Männern gewählt werden.» Von den knapp 4.000 Auspendlern seien gut 2.400 männlich und knapp 1.600 weiblich. Bei den Menschen, die aus anderen Bundesländern nach Sachsen-Anhalt kommen, um ihre Ausbildung zu absolvieren, sei das Verhältnis ähnlich.
Wie die Regionaldirektion weiter mitteilte, pendeln die meisten jungen Nachwuchskräfte aus Sachsen-Anhalt in die Stadt Leipzig (648), gefolgt von Berlin (228) und Nordsachsen (225).
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion, Markus Behrens sagte: «Wenn vor allem junge Männer für die Ausbildung Sachsen-Anhalt verlassen, verpassen wir die Chance, sie frühzeitig an unsere regionalen Unternehmen zu binden.» Es müsse sichtbarer gemacht werden, welche hervorragenden Bedingungen es «vor der Haustür» gebe. «Dabei spielt auch der Ausbau des ÖPNV in ländlichen Regionen eine entscheidende Rolle. Jeder Auspendler weniger ist ein Gewinn für die dringend notwendige Fachkräftesicherung in der Region», so Behrens.