11. September 2026 – dpa Nachrichten
Ende August gab es Durchsuchungen bei Anhängern eines rechtsextremen Vereins, die aktiv geblieben sein sollen, obwohl der Verein verboten war. Ein Zufallsfund beschäftigt die Ermittler zusätzlich.
Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt gegen den Landtagsabgeordneten Sebastian Koch (AfD) nun auch wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Bei einer Durchsuchung Ende August im Zusammenhang mit einer verbotenen rechtsextremen Vereinigung seien bei dem Politiker Waffen gefunden worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es habe sich um einen Zufallsfund gehandelt. Zuvor hatte der MDR berichtet.
Auf Anfrage habe Kochs Anwalt erklärt, bei den gefundenen Waffen habe es sich um zwei Luftgewehre und eine Schreckschusswaffe in einem abgeschlossenen Fach gehandelt, die sein Mandant auf Anforderung der Polizeibeamten unverzüglich herausgegeben habe, so der MDR weiter. Strafrechtliche Vorwürfe weise man zurück.
Ende August war in mehreren Bundesländern bei mutmaßlichen Mitgliedern der verbotenen rechtsextremen Vereinigung «Artgemeinschaft» durchsucht worden. Ihnen wird vorgeworfen, die «Artgemeinschaft» trotz eines bundesweiten Verbots fortgeführt zu haben. Betroffen von den Durchsuchungen waren auch zwei AfD-Politiker: Simon Lansmann und Sebastian Koch. Sie wiesen die Vorwürfe jeweils über ihren Anwalt zurück. Lansmann und Koch gewannen am vergangenen Sonntag bei der Landtagswahl Direktmandate.
Die «Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung», so der vollständige Name, wurde 2023 vom Bundesinnenministerium verboten. Verfassungsfeindlich ist der Verein aus Sicht des Bundesinnenministeriums vor allem wegen seiner rassistischen Ideologie.