28. Januar 2026 – dpa Nachrichten
Sven Schulze ist neuer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Die Wahl erfolgte im ersten Wahlgang.
Der 46-jährige CDU-Politiker Sven Schulze wurde am Dienstag zum neuen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt. Er löst damit Reiner Haseloff (CDU) ab, der nach 15 Jahren an der Regierungsspitze zurückgetreten ist. Im Magdeburger Landtag erhielt Schulze 58 Ja-Stimmen – zwei mehr als die schwarz-rot-gelbe Koalition Sitze hat.
Klare Mehrheit im ersten Wahlgang
Für die Wahl zum Ministerpräsidenten waren mindestens 49 Stimmen erforderlich. Von den 97 abgegebenen Stimmen entfielen 58 auf Schulze, 38 Abgeordnete stimmten gegen ihn. Eine Stimme war ungültig, Enthaltungen gab es keine. Der frisch gewählte Regierungschef nahm die Wahl unmittelbar an.
Die Koalition aus CDU, SPD und FDP verfügt über 56 Mandate im Landtag. Dass Schulze zwei Stimmen mehr erhielt, deutet auf Unterstützung aus der Opposition hin.
Der Zeitpunkt des Machtwechsels ist kein Zufall: Mit dem vorzeitigen Rücktritt ermöglicht der 71-jährige Haseloff seinem Nachfolger, als amtierender Ministerpräsident und nicht nur als Spitzenkandidat in die Landtagswahl am 6. September zu ziehen. Dieser Amtsbonus könnte im Wahlkampf entscheidend sein.
Schulze hat sich in den vergangenen Jahren systematisch für die Regierungsspitze positioniert. 2016 wurde er Generalsekretär der Landes-CDU, 2021 übernahm er den Landesvorsitz. Nach der Landtagswahl im selben Jahr formte er die Deutschland-Koalition und leitete als Wirtschaftsminister ein Schlüsselressort.
AfD führt deutlich in Umfragen
Die Ausgangslage für die CDU ist schwierig: In der aktuellsten Umfrage liegt die AfD mit 39 Prozent klar vor der Union, die auf 26 Prozent kommt. Sachsen-Anhalt könnte damit das erste Bundesland werden, in dem die AfD stärkste Kraft wird – möglicherweise sogar den Ministerpräsidenten stellt.
Für die CDU steht bei dieser Wahl mehr auf dem Spiel als bei den anderen vier Landtagswahlen in diesem Jahr. Ein Verlust der Regierungsmacht würde bundesweit Signalwirkung haben.
Kaum Veränderungen im Kabinett
Eine größere Kabinettsumbildung ist nicht geplant. Finanzminister Michael Richter (CDU) übernimmt bis zur Wahl zusätzlich die Verwaltungsaufgaben in Schulzes bisherigem Wirtschaftsministerium. Die strategische Führung will Schulze selbst aus der Staatskanzlei heraus wahrnehmen.
Die Minister der Landesregierung sollten am Dienstag ernannt und anschließend im Parlament vereidigt werden.