16. Oktober 2026 – dpa Nachrichten

Gesundheit

So lange warten ausländische Ärzte auf ihre Anerkennung

In Sachsen-Anhalt fehlen Ärztinnen und Ärzte. Gleichzeitig warten hunderte Mediziner auf die Anerkennung ihres Abschlusses, den sie im Ausland erworben haben.

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Die Anerkennung von Medizin-Abschlüssen aus dem Ausland dauert lang. (Symbolbild)

Mediziner mit einer Ausbildung im Ausland warten in Sachsen-Anhalt durchschnittlich ein Jahr und acht Monate auf die staatliche Anerkennung. Es müssten örtliche Zuständigkeiten geklärt werden und alle Unterlagen beisammen sein, damit sie bei der Planung und Durchführung der Prüfungen berücksichtigt werden könnten, teilte das Landesamt für Soziales, Jugend und Gesundheit in Halle auf Anfrage mit. «Sobald die Antragstellenden alle Unterlagen eingereicht haben, dauert es nur ein paar Tage bis zur Erteilung der Approbation.» In der Summe aber brauche das Verfahren aktuell im Schnitt 86 Wochen.

Damit sind die Wartezeiten für die dringend benötigten Mediziner nicht gesunken. Mitte 2023 und auch im Oktober 2024 hatte das Landesverwaltungsamt von einer durchschnittlichen Zeit von 18 Monaten zwischen Antragstellung und Anerkennung berichtet. Im Interesse der Fachkräfte wolle man die Verfahrensdauer verkürzen, hieß es damals. Über ein Jahr sollte es nicht dauern. Die Zuständigkeit ist inzwischen zum neuen Landesamt für Soziales, Jugend und Gesundheit übergegangen.

Die Zahl der offenen Approbationsanträge von Ärzten liege bei 480, hieß es. Hinzu kämen 100 Anträge von Zahnärzten. 234 der offenen Anträge stammten aus diesem Jahr. Es gibt aber auch noch 8 aus dem Jahr 2022, 23 aus dem Jahr 2023 und 45 aus dem Jahr 2024. Aus dem vergangenen Jahr seien 170 Anträge in der Bearbeitung.

Mit Stand August hätten in diesem Jahr gut 100 Ärztinnen und Ärzte ihre Approbation erhalten sowie 13 Zahnärzte. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei zusammen 200, ähnlich wie im Jahr 2024. Die meisten ausländischen Mediziner hätten ihre Studienabschlüsse in Aserbaidschan erworben, in der Türkei, in der Ukraine, Syrien und der Russischen Föderation. «Dabei handelt es sich überwiegend um Abschlüsse in der Fachrichtung Humanmedizin», so das Landesamt.

Aktuell sei ein leichter Anstieg der eingehenden Anträge festzustellen, hieß es weiter. «Darunter befinden sich auch zahlreiche Anträge von Personen, die zuvor bereits in einem anderen Bundesland einen Antrag gestellt hatten. Ein möglicher Grund für diese Entwicklung könnten kürzere Wartezeiten auf einen Termin zur Teilnahme an den Kenntnisprüfungen sein.» Eine bundeseinheitliche Datenbank, aus der hervorgehe, ob jemand schon Anträge in anderen Bundesländern gestellt habe und ob über diese schon entschieden worden sei, werde in allen Bundesländern gefordert. Es gebe sie bislang aber aus datenschutzrechtlichen Bedenken nicht.

Aktuell beantragen den Angaben zufolge etwa 85 Prozent der Antragstellenden sofort die Teilnahme an der Kenntnisprüfung. Mit der Kenntnisprüfung bei der Ärzte- oder Zahnärztekammer soll Zeit gespart werden. Die Gleichwertigkeitsprüfung auf der Grundlage umfangreicher Dokumente kostet viel Zeit.

«Antragstellende können sich bereits im Vorfeld über verschiedene Informationsquellen, beispielsweise im Internet oder durch den Austausch mit anderen Studierenden, über die mögliche Gleichwertigkeit ihres Studienabschlusses mit einem deutschen Ausbildungsabschluss informieren», hieß es.

Insgesamt gibt es laut der Ärztekammer Sachsen-Anhalt gut 10.300 berufstätige Ärzte, davon etwa 1.900 aus dem Ausland. Die wenigsten der ausländischen Ärzte sind als niedergelassene Mediziner tätig: Es waren zum Jahresende 2025 rund 90. In Krankenhäusern oder Rehakliniken waren den Angaben zufolge etwa 1.600 ausländische Ärzte tätig, angestellt in einer Niederlassung oder einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) waren rund 180.

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