28. Oktober 2026 – dpa Nachrichten
Von 97.000 auf 68.000 Gläubige: Das Bistum Magdeburg schrumpft. Bischof Gerhard Feige sieht die Kirche vor einem Rollenwechsel. Wie könnte sie künftig Heimat und Orientierung bieten?
Der scheidende Magdeburger Bischof Gerhard Feige sieht die katholische Kirche vor einem Rollenwechsel in den kommenden Jahren. «Es ist keine euphorisch kirchliche Zeit, in der wir leben», sagte Feige bei einer Pressekonferenz zu seiner Amtszeit. Der 74-Jährige hatte im Februar Papst Leo XIV. um seine Entpflichtung gebeten. Feige wird im November 75 Jahre alt und möchte dann in den Ruhestand gehen.
Kirche könne nach wie vor Heimat sein und Orientierung bieten, sagte Feige. «Es ist eine andere Rolle von Kirche, die sie zu DDR-Zeiten hatte und die sie wahrscheinlich demnächst anders haben wird.» Kirche werde von einer Volkskirche immer mehr zu einer Gemeinschaft von Menschen, die sich bewusst für die Kirche entschieden hätten.
Kirche habe vielleicht über lange Zeit auch in Verhältnissen gelebt, die nicht immer guttäten. Es gebe Ausdrucksformen, die früher legitim gewesen seien, aber vielleicht im 21. Jahrhundert nicht mehr, sagte Feige. «Da müssen neue Dinge gesucht werden, wie sich das Christliche ausdrückt.»
Die katholische Kirche zählt im Bistum Magdeburg 68.000 Gläubige. Es ist damit eines der kleinsten Bistümer in Deutschland. Zu Beginn seiner Amtszeit vor mehr als 20 Jahren waren es Feige zufolge noch 97.000 Katholiken.