18. August 2026 – dpa Nachrichten
Die Elbe führt so wenig Wasser wie nie - und die Pegelstände sinken weiter. Aktuellen Prognosen zufolge könnte am Mittwoch der Tiefstpunkt erreicht werden. CDU und Grüne fordern Konsequenzen.
Der Wasserstand der Elbe sinkt weiter. An der Strombrücke in Magdeburg liegt der Pegelstand aktuell bei 34 Zentimetern. Das geht aus dem Informationsportal der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hervor.
In Barby südlich der Landeshauptstadt nähert sich der Pegelstand gar dem einstelligen Bereich an und liegt derzeit bei noch zehn Zentimetern. Die Fähre in Barby ist nach Betreiberangaben weiter in Betrieb, in Breitenhagen steht der Fährbetrieb wegen des Niedrigwassers still.
Aktuellen Prognosen im Informationsportal Elwis zufolge wird der Pegelstand voraussichtlich bis Mittwochmorgen weiter sinken. In Magdeburg kann er demnach bis zu 30 Zentimeter erreichen, soll danach aber wieder steigen. Der bis zu diesem Sommer niedrigste je gemessene Elbpegel an der Magdeburger Strombrücke lag bei 45 Zentimetern und wurde im Juli 2019 gemessen.
Nach Angaben des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) liegt der Abfluss der Elbe derzeit bei rund 20 bis 30 Prozent des langjährigen Mittels. Bei kleineren Flüssen und Bächen sind es teils sogar nur 10 Prozent oder weniger. Praktisch landesweit führen die Fließgewässer derzeit deutlich zu wenig Wasser. «Vereinzelt fallen Gewässeroberläufe beziehungsweise Gewässerabschnitte trocken», heißt es im hydrologischen Wochenbericht des Landesbetriebs.
Unbeständigeres Wetter könne in den nächsten Tagen zumindest eine weitere Verschärfung der Situation verhindern, erwarten die Experten. So könne Regen regional vereinzelt für steigende Pegel sorgen. «An der hydrologischen Gesamtsituation wird sich allerdings nur wenig ändern.» Der Grundwasserspiegel liege derzeit rund einen halben Meter unterhalb der mehrjährigen Vergleichswerte für den Monat August.
Angesichts des anhaltenden Niedrigwassers erneuern die Parteien ihre Forderungen nach Konsequenzen. «Wer den Klimawandel effektiv bekämpfen möchte, sollte sich einem sachlichen Dialog über den Bau moderner Staustufen an der Elbe nicht verschließen», fordert Ulrich Thomas, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Magdeburger Landtag. Dies hätte einen «massiven positiven Effekt auf die gesamte Grundwasserhaltung entlang des Flusslaufs» und könne gleichzeitig verlässlich die ganzjährige Binnenschifffahrt sichern, die zudem ohnehin deutlich umweltfreundlicher sei als Lastwagen auf der Straße, meint Thomas.
Die Grünen im Landtag sehen die CDU-Forderung als ökonomischen Irrweg. Die Elbe führe immer häufiger zu wenig Wasser für eine verlässliche Güterschifffahrt. Der Bau großer Staustufen «verschwendet öffentliches Geld für ein Verkehrsmodell, das durch die Klimakrise immer unzuverlässiger wird», erklärt Wolfgang Aldag, Sprecher für Umwelt, Natur und Klimaschutz der Grünen-Landtagsfraktion. Noch weiter geht Cornelia Lüddemann, mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag: «Die Elbe ist als verlässliche Bundeswasserstraße für große Güterschiffe und größere Personenschiffe tot», sagt die Politikerin mit Verweis auf sinkende Umschlagszahlen an den Elbehäfen.
Wie aus Antworten der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen im vergangenen Jahr hervorgeht, ist der Güterumschlag an den Elbehäfen seit 2010 um 93 Prozent zurückgegangen. Stattdessen spricht sich die Landtagsfraktion für die Entwicklung des Tourismus und für «Elbauen, natürlichen Wasserrückhalt und klimafeste Flusslandschaften» aus.