09. Juni 2026 – dpa Nachrichten
Bildungsminister Riedel sieht Lehrkräfte gefordert, sich klar gegen Extremismus zu stellen. Gleichzeitig spricht er sich für Wahlforen mit breiter Parteienbeteiligung an Schulen aus.
Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel (CDU) hat Lehrkräfte erneut aufgefordert, sich gegen Extremismus zu positionieren. Es sei keine Kür, sondern eine Pflicht, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen, sagte der CDU-Politiker nach der Kabinettssitzung in Magdeburg. Bei Menschenverachtung und Rassismus könne man sich nicht neutral verhalten, so Riedel.
Der Bildungsminister spricht sich gleichzeitig für Wahlforen an Schulen aus. Auf Nachfrage, ob auch AfD-Vertreter zu solchen Veranstaltungen eingeladen werden sollten, sagte der Minister: «Ich würde es so machen als Schulleiter, dass ich sie einladen würde.» Man müsse schließlich lernen, miteinander zu diskutieren. Gleichzeitig gebe es keinen Zwang, Politiker bestimmter Parteien einladen zu müssen. Wichtig sei ein ausgewogenes Maß an Parteienvertretern, so Riedel. «Es geht um die Breite.»
Das Land will pädagogischen Fachkräfte im Umgang mit Extremismus mit einem neuen Wegweiser helfen. Dieser enthält etwa eine Übersicht über Beratungs- und Unterstützungsangebote und informiert über Fortbildungen und konkrete Hilfen. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte, man müsse Hass und Hetze entschieden entgegentreten.