08. April 2021 – Radio Brocken

Angeklagter gesteht Messerstiche aus Notwehr

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen.
Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. , Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration

Halle (dpa/sa) - Wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung muss sich ein 21 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Halle verantworten. Der Angeklagte gab am Donnerstag zum Prozessauftakt zu, 2020 in einem Wohnhaus in Halle mit einem Küchenmesser auf zwei Männer eingestochen zu haben. Dabei kam ein 31-Jähriger ums Leben. Sein gleichaltriger Freund wurde am Rücken verletzt. Als Motiv gab der Angeklagte Notwehr an. Er habe den fünf Jahre alten Sohn seiner Freundin beschützen wollen.

Seinen Angaben zufolge hatten die beiden 31 Jahre alten Männer am 26. September 2020 gegen die Tür der Wohnung seiner Freundin geschlagen. Die Frau sei einkaufen gewesen. Er sei mit dem Kind allein gewesen. Als er die Tür geöffnet habe, habe einer der beiden 31-Jährigen ein Cuttermesser in der Hand gehalten. Er habe sich bedroht gefühlt und ein Messer aus der Küche geholt. Es kam zum Streit um Drogengeschäfte und zu den Stichverletzungen. Anschließend habe er die Polizei gerufen. Er sei nicht verletzt worden.

Der mit einem Stich ins Herz verletzte 31-Jährige starb wenig später im Krankenhaus. Er war laut dem Angeklagter der Ex-Freund seiner Freundin. Der Angeklagte muss im Fall einer Verurteilung mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren rechnen. Der Deutsche befindet sich auf freiem Fuß. Der Prozess wird am 13. April fortgesetzt. Das Landgericht hat Verhandlungstermine bis zum 20. April anberaumt.

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