29. Juni 2026 – dpa Nachrichten

Kunst und Architektur

Lüpertz-Fenster bringen mehr Farbe in Naumburger Dom

Markus Lüpertz widmete sich auf den expressiven Fenstern den Themen Erlösung und Verdammnis. Es ist nicht das erste Kunstprojekt in dem Dom. Auch Neo Rauch hat schon Fenster gestaltet.

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Im Naumburger Dom gibt es nun noch mehr zeitgenössische Kunst. (Archivbild), Foto: Heiko Rebsch/dpa

Auf Neo Rauch folgt Markus Lüpertz: Im Naumburger Dom haben nun zwei international renommierte Künstler Glasfenster gestaltet. Der Maler und Bildhauer Lüpertz hat in vier neuen Fenstern die Themen Erlösung und Verdammnis verarbeitet, wie die Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg mitteilten. Er habe damit einen «markanten zeitgenössischen Akzent» gesetzt.

Der 85-Jährige setze seinen expressiven Stil bewusst in den Kontrast zur mittelalterlichen Architektur des Doms, hieß es. Lüpertz, wegen seines extravaganten Auftritts auch «Malerfürst» genannt, zählt zu den bekanntesten deutschen Gegenwartskünstlern.

Bekannt wurde er seit den 1960er Jahren mit seiner kraftvollen Malerei. In seinen Bildern verschwimmen die Grenzen von Abstraktion und Figuration. Glasmalerei von Lüpertz kann auch in Köln, Regensburg und Bamberg besichtigt werden.

Im Ostchor des Naumburger Doms gibt es sechs bunte, restaurierte Fenster aus dem 14., 15. und 19. Jahrhundert. Die daneben liegenden, nun von Lüpertz gestalteten Fenster, waren den Angaben zufolge vorher hell verglast und verhängt.

«Es ist Markus Lüpertz in höchst beeindruckender Weise geglückt, den historischen Glasmalereibestand des Ostchores mit neuen Fenstern zu einem Gesamtkunstwerk zu vereinen», sagte Stiftungsdirektor Holger Kunde bei der Präsentation der Fenster.

Neo Rauch (66), bekanntester Vertreter der Neuen Leipziger Schule, hatte 2007 drei Entwürfe für Glasfenster in der Elisabethkapelle des Doms geschaffen. Die drei Rundbogenfenster sind 1,40 Meter hoch und 50 Zentimeter breit und aus rubinrotem, mundgeblasenem Glas. Sie zeigen verschiedene Szenen aus dem Leben der Heiligen Elisabeth.

Seit dem 13. Jahrhundert steht der Dom in Naumburg. Das faszinierende Zusammenspiel von Architektur, Bildhauerei und Glasmalerei brachte ihm 2018 den Status als Unesco-Weltkulturerbe ein. Das Lüpertz-Projekt wurde von der Harald Hack Stiftung und der GETEC Stiftung gefördert und von den Derix Glasstudios in Taunusstein (Hessen) umgesetzt.

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